Popstar in der Krise Robbie hat es satt

Zuerst kündigte er an, in die Fußstapfen seines Idols Frank Sinatra zu treten, jetzt offenbarte der britische Popstar Robbie Williams auf dem Roskilde-Festival, dass er sich erneut auf die Suche nach sich selbst begeben will. Steht die nächste Neuerfindung des ehemaligen Teenie-Idols kurz bevor?


Popstar Williams: "Wer zur Hölle bin ich?"
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Popstar Williams: "Wer zur Hölle bin ich?"

Die 60.000 Fans beim dänischen Open-Air-Festival in Roskilde hatten noch nicht ganz ausgejubelt, als Robbie Williams, 28, kurz nach seinem Auftritt ein Interview gab, in dem er einschneidende Veränderungen in seiner Karriere ankündigte. "Ich bin ja überall! Es muss langsam echt langweilig werden für die Leute", sagte er dem britischen Sender "BBC Radio One".

Er selbst sei mittlerweile "gelangweilt von Robbie", jenem erfolgreichen Sänger und Entertainer, der sich aus den Trümmern der Boyband Take That zum wohl derzeit profiliertesten Popstar aufbaute. Die nächste Neuerfindung des Robbie Williams steht offenbar kurz bevor: "Nach dem nächsten November werde ich ihn einfach umbringen."

Eine erste Ahnung, wohin die Reise gehen wird, vermittelte Williams erst kürzlich, als er einen Song seines Idols Frank Sinatra für den Soundtrack des Films "Bridget Jones - Schokolade zum Frühstück" aufnahm und ankündigte, als nächstes ein ganzes Album mit sinatraesken Coverversionen einzuspielen. Sinatras Klassiker "My Way" gehört fast schon zum Standardprogramm seiner Live-Konzerte. Der "BBC" sagte er in Hinblick auf sein nächstes reguläres Studio-Album, das vermutlich 2003 erscheinen wird: "Ja, es wird hoffentlich einen neuen Musikstil geben."

Das Hauptmotiv für den Stimmungswandel des Sängers ist offenbar der anstrengende und erschöpfende Kraftakt seiner Tourneen. "Ich muss hier 'raus", sagte er dem Sender, "Ich muss ein Jahr Pause machen, um mein Selbstvertrauen wiederzufinden und mir klar zu werden, wer zur Hölle ich eigentlich bin." Jedes Konzert, so sagt er, sei ein einziger Kampf, wiewohl man dies dem energischen und charismatischen Williams auf der Bühne kaum anmerkt.

Angst vor einem Total-Rückzug müssen die Fans des sympathischen Sängers jedoch nicht haben. Sein Platz sei in der Musikindustrie, sagt er, so viel sei immerhin klar: "Ich hab' nur Angst, das ist alles."

Andreas Borcholte



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