»Sie hat es nicht verdient« Prince-Erben verbieten Nutzung von »Nothing Compares 2 U« in Sinéad-O’Connor-Doku

Der größte Hit von Sinéad O’Connor ist in einem neuen Film über Leben und Karriere der Irin nicht zu hören. Die Nachkommen von Songautor Prince haben die Nutzung blockiert. Sie finden seine Version die einzig wahre.
Szene aus »Nothing Compares 2 U«-Video: Bilder zu sehen, aber keine Musik

Szene aus »Nothing Compares 2 U«-Video: Bilder zu sehen, aber keine Musik

Ende September wurde der Dokumentarfilm »Nothing Compares« beim Filmfestival in Zürich vorgeführt. Sieben Leute aus dem Publikum machten sich die Mühe, einen lobenden Kommentar auf der Festival-Website  abzugeben. Doch keiner davon erwähnt, dass der mit Abstand größte Hit von Sinéad O’Connor in dieser Erzählung über ihr Leben und ihre Karriere gar nicht zu hören ist.

»Nothing Compares 2 U« stand im Frühjahr 1990 allein in Deutschland ganze elf Wochen lang auf Platz eins der Singlecharts; es war weltweit ein Riesenhit und machte die irische Sängerin mit den raspelkurzen Haaren schlagartig zum Star. Geschrieben hatte den Song allerdings Prince, zuerst veröffentlicht wurde er 1985 auf einem Album der Funkband The Family, das auf Prince’ Plattenlabel Paisley Park Records erschien. Doch zum Hit machte den Song erst Sinéad O’Connors emotionaler Gesang (und vielleicht auch ihre Tränen im Musikvideo).

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Dass der Dokumentarfilm über O’Connors turbulentes Leben ohne ihren größten Hit auskommt, war schon bei der Premiere beim Sundance-Festival im Januar aufgefallen. Im Abspann informiert offenbar eine Texttafel darüber, dass die Erbengemeinschaft von Prince die Nutzung untersagt habe.

Das Branchenmagazin »Billboard« fragte  anlässlich des US-Kinostarts bei Sharon Nelson, einer Halbschwester des 2016 verstorbenen Prince, nach. »Ich hatte nicht das Gefühl, dass sie es verdient, den Song, den mein Bruder geschrieben hat, in ihrem Dokumentarfilm zu nutzen«, sagte Nelson dem Blatt. »Deswegen haben wir abgelehnt.«

Nichts sei vergleichbar mit Prince’ Liveversion im Duett mit Rosie Gaines  von 1992, die auf dem Best-of-Album »Hits 1« erschienen sei, befand Sharon Nelson und wies darauf hin, dass dieses am 4. November auf Vinyl wiederveröffentlicht werde: »Seine Version ist die beste.«

Möglicherweise ist der Mangel an Kooperation von Prince’ Erben auch darauf zurückzuführen, dass Sinéad O’Connor in Interviews und in ihren 2021 erschienenen Memoiren von verstörenden Begegnungen mit Prince  berichtet hatte. Er habe sie dafür kritisiert, in Interviews geflucht zu haben. Bei einer Kissenschlacht habe er einen harten Gegenstand in einem Kissen versteckt. Später habe er sie mit dem Auto verfolgt.

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Für die Regisseurin des Dokumentarfilms, Kathryn Ferguson, war das Nutzungsverbot zunächst eine Enttäuschung, doch am Ende sei sie glücklich darüber, wie die Passage nun geworden sei. Sie verwendet ausführliche aktuelle Interviewauszüge von Sinéad O’Connor, die auf der Tonspur zu hören sind: »Dadurch bleibt der Fokus auf Sinéads Worten und auf ihrem eigenen Songwriting«, sagte Ferguson zu »Billboard«. Ob, wann und wo »Nothing Compares« in Deutschland zu sehen sein wird, ist bisher nicht bekannt.

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