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Meinungsverschiedenheiten zum Ukrainekrieg Prinzen-Sänger Sebastian Krumbiegel lehnt Preis ab

Um »Frieden und Versöhnung« soll es gehen – nun gibt Prinzen-Sänger Sebastian Krumbiegel bekannt, dass er den Löwenherz-Preis nicht annehmen will. Grund sind wohl unterschiedliche Ansichten zum Krieg in der Ukraine.
Sebastian Krumbiegel, Sänger der Band Die Prinzen: »Weil ich mit der Meinung einiger der Beteiligten nicht übereinstimme«

Sebastian Krumbiegel, Sänger der Band Die Prinzen: »Weil ich mit der Meinung einiger der Beteiligten nicht übereinstimme«

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Sebastian Willnow / picture alliance / dpa

Der Sänger der Band Die Prinzen, Sebastian Krumbiegel, hat den Löwenherz-Friedenspreis der Organisation Human Projects abgelehnt. Per Twitter erklärte er am Dienstag: »Nach langem Abwägen habe ich beschlossen, den #löwenherz #friedenspreis 2023 nicht anzunehmen, weil ich mit der Meinung einiger der Beteiligten zum #Ukrainekrieg und dessen Ursachen nicht übereinstimme.« Er stehe auf der Seite der Ukraine: »Natürlich weiß ich, dass Putin der Aggressor ist, da gibt es doch gar keine Frage«, sagte er der Deutschen Presse-Agentur.

Krumbiegel sollte ausgezeichnet werden, weil er sich in herausragender Weise um Frieden und Versöhnung verdient gemacht habe, erklärte die Organisation aus dem baden-württembergischen Leonberg (Landkreis Böblingen) bereits Anfang März dieses Jahres. Die Verleihung war für den 19. November in Leipzig geplant. Neben Krumbiegel soll auch die in Lam im Bayerischen Wald geborene Journalistin Gabriele Krone-Schmalz mit dem Preis ausgezeichnet werden.

Wen genau und welche »Meinung« Krumbiegel meint, geht aus dem Tweet selbst nicht hervor. Vermutlich handelt es sich aber um Krone-Schmalz. Die ehemalige ARD-Korrespondentin (1987 bis 1991) steht seit einiger Zeit in der Kritik, wenn es um den Ukrainekrieg geht. So hatte die Historikerin Franziska Davies, die am Lehrstuhl für Osteuropäische Geschichte an der Ludwig-Maximilians-Universität München arbeitet, Krone-Schmalz vorgeworfen, »eine langjährige und vehemente Verteidigerin des verbrecherischen Putin-Regimes« zu sein.

In einem Beitrag für die »Berliner Zeitung«  hatte Krone-Schmalz zwar geschrieben, dass der Einmarsch in die Ukraine »durch nichts zu rechtfertigen« sei. Gleichzeitig schrieb sie in dem Text: »Ich denke nach wie vor, dass die Nato-Osterweiterung und die Missachtung russischer Sicherheitsinteressen durch den Westen stark dazu beigetragen haben, dass wir uns heute einem Russland gegenübersehen, das uns als Feind betrachtet und sich auch so verhält. Ich teile nicht die These, dass Putin schon immer der gewesen sei, der er jetzt ist. Vielmehr gehe ich davon aus, dass wir diesen Putin mit geschaffen haben.«

Als Krumbiegel sich näher mit den anderen Beteiligten der Preisverleihung beschäftigt hatte, habe er angefangen zu zweifeln. »Ich habe deswegen so lange gezögert, weil ich eigentlich davon überzeugt bin, dass wir miteinander reden müssen, wenn wir unterschiedliche Meinungen haben.« Vor allem in Kriegszeiten müsse man sich aber klar positionieren und keine Zweifel darüber aufkommen lassen, auf welcher Seite der Barrikade man stehe.

Auf Twitter war Krumbiegel bereits von Fans aufgerufen worden, den Preis wegen Krone-Schmalz sowie dem angekündigten Laudator, Eugen Drewermann, abzulehnen.

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Der Geschäftsführer von Human Projects, Karsten Enz, wollte sich zunächst nicht zu Krumbiegels Entscheidung äußern. Er wolle sich erst intern austauschen, erklärte er auf Anfrage.

xvc/dpa

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