"Q"-Awards Oasis und der "schwule" Robbie

Wer weg vom Fenster ist, muss lauter tönen: Oasis benahmen sich bei der Verleihung der "Q"-Awards mal wieder wie die Axt im Walde und vergraulten ihren Erzfeind Robbie Williams.


Rock'n'Roll-Rüpel: Oasis-Frontmänner Liam und Noel Gallagher
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Rock'n'Roll-Rüpel: Oasis-Frontmänner Liam und Noel Gallagher

London - Die Preisverleihung fand im noblen Park Lane Hotel am Piccadilly Circus statt. Das renommierte britische Musikmagazin "Q" hatte zur jährlichen Verleihung seiner Auszeichnungen für die - den Lesern und der Jury nach - hervorragendsten Musiker geladen. Auch Oasis, gebeutelt von internen Querelen und privaten Desastern, waren geladen, um ihren Preis als "bester Live Act" abzuholen. Die Band aus Manchester nutzte die Gelegenheit prompt, um der Öffentlichkeit, der versammelten Musikpresse und zahlreichen Musiker-Kollegen mal wieder so richtig zu zeigen, wer die rotzfrechste Rock-Band der Insel ist.

Als Oasis-Sänger Liam Gallagher auf der Bühne seine Auszeichnung, ein stilisiertes Q, entgegennahm, konnte er es sich nicht verkneifen, seinen alten Zwist mit Robbie Williams wieder aufleben zu lassen. Er schnappte sich das Mikrofon und tönte, den Preis in die Höhe haltend: "Der hier geht auch an Robbie, weil er ohnehin für den Buchstaben 'Q' steht!" Der so plump als homosexuell ("Q" wie "queer") bezeichnete Williams ließ sich zumindest diesmal nicht provozieren. Offensichtlich schlecht gelaunt nahm er nur kurz seinen Preis als "Classic Songwriter" entgegen und gab ansonsten keinen weiteren Kommentar außer einem angestrengten: "Ich werde einfach meine Klappe halten." Vor wenigen Monaten, als der verbale Schlagabtausch zwischen ihm und Gallagher erstmals eskalierte, hatte Robbie den ungehobelten Oasis-Sänger zum Boxkampf herausgefordert, zu dem es jedoch nie kam. Williams verließ die "Q"-Zeremonie dann recht schnell, abgeschirmt von seinen Bodyguards.

Hielt lieber die Klappe: Sänger Robbie Williams
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Hielt lieber die Klappe: Sänger Robbie Williams

Anlass genug für Oasis, erst recht aufzutrumpfen. Im Publikum sitzend, pöbelten die Gallagher-Brüder Liam und Noel wild drauflos, beschimpften den Blur-Bassisten Alex James als "Fatboy" und brüllten immer wieder lautstark "Oasis", als Travis ("The Man Who") den Preis als "Best Act In The World Today" entgegennahmen. Travis-Sänger Fran Healy, dessen Band in den letzten Monaten im Vorprogramm der Oasis-Tournee unterwegs war, blieb jedoch gelassen und verwies die Rüpel auf ihre Plätze: "Unser Dank geht an Oasis, den besten Support-Act, den wir dieses Jahr hatten."

Weitere Preise wurden an Kelis ("Best Video"), Badly Drawn Boy ("Best New Act") Artful Dodger ("Best Producer"), Coldplay ("Best Album") und Joe Strummer ("Inspiration Award") verliehen.



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