Queen-Film Komiker Baron Cohen spielt Freddie Mercury

Von Borat und Brüno zur größten Bühnendiva aller Zeiten: Der britische Komiker Sacha Baron Cohen, bekannt für anarchische Witze und geschmacklose Auftritte, soll in einem geplanten Film über die Rockband Queen den 1991 verstorbenen Sänger Freddie Mercury darstellen.
Komiker Baron Cohen (als "Borat"): Echte Killer-Queen

Komiker Baron Cohen (als "Borat"): Echte Killer-Queen

Foto: AP

Los Angeles/London - "I dress to kill, but tastefully", ist ein berühmtes Zitat von Freddie Mercury - und über Geschmack lässt sich bekanntlich nicht streiten. Der 1991 verstorbene Queen-Sänger beeindruckte nicht nur durch seine gewaltige Stimme, sondern auch durch seine Bühnenoutfits, die zwischen exzentrisch, lasziv und bombastisch schwankten, aber stets glamourös waren.

Die Geschichte der Rockband soll nun fürs Kino verfilmt werden, und natürlich ist dabei die interessanteste Frage, wer den Paradiesvogel Freddie Mercury verkörpern soll. Die Wahl der Produzenten fiel nun auf den britischen Komiker Sacha Baron Cohen, 38, der mit seinen Rollen als Ali G, Borat oder Brüno zu Weltruhm gelangte. Ruft man sich Cohens Auftritt als kasachischer Reporter im quietschgelben Badeanzug-Einteiler noch einmal vor Augen, dann erscheint die zunächst unorthodox wirkende Besetzung doch sinnvoll: Das Faible für exzentrische Auftritte ist Cohen jedenfalls mindestens ebenso zu eigen wie einst Mercury.

Der Film wird sich auf die Karriere der Band bis zu ihrem Auftritt beim Benefiz-Spektakel "Live Aid" (1985) konzentrieren, die Dreharbeiten sollen im kommenden Jahr beginnen, berichtet das US-Branchenblatt "Daily Variety" in seiner Internetausgabe. Das Drehbuch schreibt Peter Morgan, der für seine Bücher zu den Filmen "Die Queen" und "Frost/Nixon" bereits zwei Oscar-Nominierungen bekommen hat.

Queen-Gitarrist Brian May sagte im Interview mit der BBC, für viele Leute werde es vermutlich "ein Schock" sein, dass Cohen Mercury spiele, die Entscheidung sei aber reiflich überlegt. Erste Gespräche habe es schon vor einigen Jahren mit Cohen und Autor Morgan gegeben. Angeblich soll zunächst aber Johnny Depp für die Mercury-Rolle im Gespräch gewesen sein.

May und Queen-Schlagzeuger Roger Taylor werden für die Musik im Film verantwortlich sein. Neben Songs von Queen sollen dabei auch Titel zu hören sein, die Freddie Mercury als Solokünstler aufgenommen hat. Ansonsten wollten Taylor und er sich aus den Dreharbeiten aber "so weit wie möglich" heraushalten, sagte May.

Die britische Rockband Queen, 1971 von Mercury, May, Taylor und Bassist John Deacon gegründet, hat weltweit mehr als 300 Millionen Alben verkauft. Zu den größten Hits zählen "We Will Rock You", "Bohemian Rhapsody" und "We Are The Champions". Nachdem Freddie Mercury 1991 im Alter von 45 Jahren an Aids gestorben war, endete die Geschichte der Band, 1997 zog sich John Deacon in den Ruhestand zurück. Brian May und Roger Taylor gehen sporadisch unter ihrem alten Bandnamen auf Tournee, zuletzt mit dem ehemaligen Free-Sänger Paul Rodgers.

An dem Filmprojekt ist auch die Produktionsfirma von Robert De Niro (Tribeca Productions) beteiligt. Produzent Graham King betonte: "Freddie Mercury war ein beeindruckender Künstler. Mit Sacha in der Hauptrolle, Peters Drehbuch und der Unterstützung von Queen haben wir die perfekte Kombination, um die wahre Geschichte hinter dem Erfolg der Band zu erzählen." Auf die Kostüme darf man in jedem Fall schon mal gespannt sein.

bor/dapd
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