Radiohead Kreative Lösung für Erpressungsversuch

Nach einem Hack von Archivaufnahmen ist die Band Radiohead erpresst worden. Doch statt die verlangten 150.000 Dollar zu bezahlen, fanden die Briten einen Weg, den Klimaschutz zu stärken.

Thom Yorke von der Band Radiohead
DPA

Thom Yorke von der Band Radiohead


150.000 Dollar oder 18 Stunden geklaute Musik werden veröffentlicht: Vor diese Wahl gestellt fand sich nach eigenen Angaben die britische Musikband Radiohead. Wie deren Gitarrist Jonny Greenwood auf Twitter mitteilte, waren die Aufnahmen, die aus der Zeit um Radioheads Durchbruchalbum "OK Computer" stammen, vergangene Woche aus dem Minidiskarchiv von Sänger Thom Yorke gestohlen worden.

Statt den Erpressern die gewünschte Summe zu zahlen oder überhaupt in Verhandlung mit ihnen zu treten, entschlossen sich die Musiker zu einem ganz anderen Schritt: Auf der Plattform Bandcamp, auf der Bands sowie Solokünstlerinnen und -künstler ohne größere Vermittlungskosten ihre Musik verkaufen können, werden die betreffenden Aufnahmen für die kommenden 18 Tage für 18 Pfund zum Download bereit gestellt.

Die Einnahmen sollen der Klimaprotestgruppe Extinction Rebellion zu Gute kommen, die in den vergangenen Monaten in Großbritannien für viel Aufsehen gesorgt hat. Extinction Rebellion zeigte sich bereits sehr glücklich über die Aktion und dankte den Musikern um Greenwood auf Twitter.

Greenwood spielte derweil Qualität und Relevanz der Aufnahmen herunter. Sie seien nie zur Veröffentlichung bestimmt gewesen, auch wenn manche Clips es auf die Wiederveröffentlichung von "OK Computer" geschafft hätten. "Es ist nur ansatzweise interessant", so Greenwood weiter augenzwinkernd. "Und sehr, sehr lang. Nicht etwas, das man sich aufs Handy lädt. Aber gerade regnet es, oder?"

hpi/AP

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insgesamt 2 Beiträge
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Seite 1
00123942 12.06.2019
1. Wie kommen sie auf "Erpressung"?
Seit gestern geistern die Meldungen über einen angeblichen Erpressungsversuch durch die Medien. Davon kann hier jedoch keine Rede sein. Die Band schreibt ja selbst nur davon, dass "reportedly", also "angeblich", irgendjemand 150.000$ für die Leaks gefordert hätte. Ein direkter Erpressungsversuch hat also nie stattgefunden. Vielmehr wurden die Leaks gegen Zahlung der ungefähr genannten Summe anderen Fans zum Kauf angeboten. Wenn man den Gerüchten Glauben schenkt, wollten dieselbigen daraufhin die Band auf den vorhandenen Leak aufmerksam machen, damit sie ggf. Maßnahmen ergreifen kann. Zwischenzeitlich wurden die Leaks dann aber schon veröffentlicht, woraufhin die Band das beste aus der Situation machen wollte und nun ihrerseits die Originaldateien in leicht besserer Qualität zum Kauf angeboten hat. Die Situation auf diese Weise zu nutzen und durch den Leak noch Geld einzusammeln ist sicherlich lobenswert zu erwähnen, eine Erpressung hat hier aber trotz allem zu keiner Zeit stattgefunden. Es ist vielmehr erstaunlich, wie schnell sich hier Falschmeldungen, scheinbar ungeprüft, verbreiten.
00123942 12.06.2019
2. Ergänzung
Aus der Aussage "Jemand hat angeblich 150.000$ für Leaks von uns gefordert." zu machen: "Die Band wurde von einem Erpresser vor die Wahl gestellt 150.000$ zu bezahlen, oder die Leaks würden veröffentlicht", ist schlichtweg falsch.
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