Radiohead-Sänger Thom Yorke "YouTube geht vor wie die Nazis im Zweiten Weltkrieg"

Songs als Beutekunst: Thom Yorke ist Gegner von Streaming-Diensten. Jetzt aber hat der Frontsänger von Radiohead YouTube mit geraubter Kunst der Nazis verglichen.

Radiohead-Frontmann Yorke (Archiv): "YouTube nimmt sich einfach das Geld, das anderen gehört"
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Radiohead-Frontmann Yorke (Archiv): "YouTube nimmt sich einfach das Geld, das anderen gehört"


Der Radiohead-Frontsänger Thom Yorke hat YouTube mit dem Vorgehen der Nazis verglichen. Das US-Videoportal verdiene Geld mit der Musik von Künstlern, die es mit geringen Summen abspeise, sagte der Sänger in einem Interview mit der italienischen Tageszeitung "La Repubblica". "YouTube nimmt sich einfach das Geld, das anderen gehört. Sie gehen dabei vor wie die Nazis während des Zweiten Weltkriegs. Sie stehlen Kunst", sagte Yorke.

Yorke ist ein dezidierter Gegner von Online-Streaming-Diensten. Schon 2013 twitterte Yorke, man solle sich keine Illusionen machen: Neue Bands, die man bei Spotify entdecke, kämen finanziell mies weg - im Gegensatz zu den Shareholdern der Firma.

Sein Soloalbum "Tomorrow's Modern Boxes" veröffentlichte Yorke deswegen für sechs Dollar pro Download über das Filesharing-Protokoll "Bittorrent". Nach Berechnungen soll der Musiker damit einen Gewinn von knapp 20 Millionen Dollar erzielt haben. Das bestreitet Yorke in dem Interview mit "La Repubblica".

Yorke wird mit seiner Band Radiohead am 4. Dezember an dem "Pathway to Paris"-Konzert teilnehmen, das aus Anlass des Klimagipfels in der französischen Hauptstadt alternative Lösungen zur Bekämpfung des Klimawandels bekannt machen will.

mka

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