Till Lindemann vor dem Kreml Rammstein-Sänger begeistert bei Militärmusikfestival in Moskau

Mit weißer Fliege auf dem Roten Platz: Till Lindemann hat in Moskau ein Heldenlied aus der Sowjetzeit gesungen, begleitet vom Orchester der Nationalgarde. Russische Medien berichten von langen Ovationen.
Lindemann mit Militärkapelle

Lindemann mit Militärkapelle

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YURI KOCHETKOV / EPA

In weißem Smoking und schwarzem Hemd mit weißer Fliege vor dem Kreml in Moskau: Der Rammstein-Sänger Till Lindemann, 58, ist in der russischen Hauptstadt bei dem Militärfestival »Spasskaja Baschnja« (nach dem Erlöserturm des Kreml) auf dem Roten Platz aufgetreten.

Der in dem Riesenreich beliebte Sänger trug am Samstagabend seine Version des russischen Heldenliedes »Lubimiy Gorod« (Geliebte Stadt) vor – auf Russisch. Das hob sogar die Staatsagentur Ria Nowosti extra hervor . Die Regierungszeitung »Rossijskaja Gaseta« schwärmte  nach Lindemanns Auftritt: Das Publikum sei »super begeistert« gewesen. »Die Tribünen explodierten buchstäblich vor Applaus, der in lange Ovationen überging.«

»Lubimiy Gorod« wurde bekannt durch den sowjetischen Film »Zerstörer« aus dem Jahre 1939, damals gesungen von Mark Bernes. Till Lindemann coverte die patriotische Ballade bereits Anfang des Jahres für den Soundtrack  des russischen Spielfilms »Dewjatajew« – ein Biopic über den Kampfpiloten Michail Dewjatajew, der abgeschossen und zur Arbeit in der deutschen Raketenfabrik in Peenemünde gezwungen wurde (der englische Verleihtitel  des Films ist »V2. Escape From Hell«).

Noch eine Woche zuvor war ein Musikfestival, auf dem auch Lindemann hätte auftreten sollen, auf Druck der Behörden abgesagt worden. Offiziell wurde das Vorgehen Berichten zufolge mit Corona-Beschränkungen begründet. Lindemann selbst war von Polizisten aufgesucht worden. Dabei war ihm der Agentur Interfax zufolge eine Mahnung überbracht worden, bei seinem Auftritt in der Stadt Twer nordwestlich von Moskau entsprechende Auflagen einzuhalten.

Von dieser Aufregung  war nun keine Spur mehr. Bei dem Festival des russischen Verteidigungsministeriums unter seinem Chef Sergej Schoigu traten verschiedene Militärkapellen auf. Es gab eine Show mit einem spektakulären Feuerwerk. Lindemann war als Stargast angekündigt worden. Sein »schneeweißes Jackett sah anmutig« aus, schrieb die »Rossijskaja Gaseta« bewundernd in ihrer Onlineausgabe. Für Sonntagabend ist ein weiterer Auftritt des Rammstein-Sängers bei dem mehrtägigen Festival angekündigt.

feb/dpa
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