Country-Pop-Miterfinder Ray Price ist tot

Abschied von einem Neuerer der Country Music: Im Alter von 87 Jahren ist der Sänger und Musiker Ray Price gestorben. Seine Hits erreichten auch ein Pop-Publikum - und eingedeutscht wurde daraus einer von Peter Alexanders berühmtesten Schlagern.

Ray Price (auf einem Archivbild von 1983): Abschied vom "Cherokee Cowboy"
AP/ Viva Records

Ray Price (auf einem Archivbild von 1983): Abschied vom "Cherokee Cowboy"


Als Ray Price 1996 in die Country Music Hall of Fame aufgenommen wurde, mussten die Verantwortlichen einräumen, dass diese Ehre überfällig gewesen sei. Auch mit dem Grammy wurde der Texaner ausgezeichnet, 1971 für "For The Good Times" und dann noch einmal 2008 für ein Duett mit Willie Nelson.

Besonders markant war Prices samtene Stimme. Schon früh war er kein reiner Country-Sänger mehr, sondern orientierte sich am Geschmack der Zeit und zählte so zu den Miterfindern des Country-Pop. Zu seinen größten Hits zählen seine Version von "Release Me" (1954, später durch Engelbert Humperdinck berühmt geworden), "Crazy Arms" (1956), das melancholische "For The Good Times" (1970, geschrieben von Kris Kristofferson) und "Heartaches by the Number", das sogar von Peter Alexander nachgesungen wurde ("Ich zähle täglich meine Sorgen").

Price hatte auch ein Talent, Talente zu entdecken. 1960 nahm er einen jungen Country-Musiker in seine Band auf: Willie Nelson. Beide blieben lebenslange Freunde. Nach Prices Tod twitterte Nelson: "Gedenkt einer wahren Legende!"

Ray Price wurde am 12. Januar 1926 auf einer Farm im texanischen Perryville geboren. Nach dem Militärdienst studierte er Veterinärmedizin und sang nebenbei in den Nachtclubs von Dallas. 1951 unterschrieb er einen Vertrag bei Columbia Records und zog ins Country-Mekka Nashville. Bald schon hatte er mit den Cherokee Cowboys eine der besten Begleitbands der Stadt. Doch erst "Crazy Arms" machte ihn 1956 in der Szene so richtig bekannt, des treibenden Honky-Tonk-Beats wegen.

"Wir bekamen keinen guten, sauberen Bass-Sound hin", beschrieb er der "Washington Post" einmal die Entstehungsgeschichte: "Deswegen schlug ich vor, statt des üblichen 2/4-Beats den Bass einen Viervierteltakt und einen Shuffle-Rhythmus spielen zu lassen." Auch elektrische Instrumente und Schlagzeug setzte er schon früh ein, in den Siebzigern verärgerte er Country-Traditionalisten durch Auftritte mit Orchesterbegleitung. "Ich habe gegen Vorurteile angekämpft, seitdem ich angefangen habe, Country-Musik zu machen", sagte er 1981 in einem Interview.

Ray Price arbeitete noch bis ins hohe Alter weiter. Zwischenzeitlich nahm er religiöse Lieder auf, bevor er 2007 mit Willie Nelson und Merle Haggard das Album "Last Of The Breed" einspielte, für das es den Grammy gab. Zwei Wochen vor seinem Tod hatte Price in seinem letzten Interview dem "Rolling Stone" gesagt, er freue sich auf die Veröffentlichung seines neuen Albums, "eine der tollsten Sachen, die ich je aufgenommen habe".

Am Montag ist Ray Price nun gestorben, einen Monat vor seinem 88. Geburtstag. Zuvor hatte es Verwirrung gegeben, weil sein eigener Sohn schon am Sonntag irrtümlich den Krebstod gemeldet hatte. Price sei jedoch erst am Montagnachmittag in seinem House in Mount Pleasant, östlich von Dallas, gestorben, meldete die Country Hall of Fame.

feb/dpa/AFP/AP



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noalk 17.12.2013
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Der Vorname ist Ray, nicht Roy (1. Zeile, 1. Absatz), und der No1-Song heißt "Crazy Arms", nicht "Country Arms.
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