Led-Zeppelin-Star Hören Sie hier Robert Plants neues Album

Mit Led Zeppelin wurde Robert Plant weltberühmt, doch seine Produktivität ist 34 Jahre nach Auflösung der Band längst nicht am Ende: Im September erscheint sein neues Album - in das wir Sie schon jetzt reinhören lassen.
Musiker Plant (im März 2013): Spitz und sanft, ekstatisch und verhalten

Musiker Plant (im März 2013): Spitz und sanft, ekstatisch und verhalten

Foto: Wong Maye-E/ AP/dpa

Nicht alle guten alten Zeiten waren wirklich gute Zeiten. Aber alte Zeiten sind es unabweislich, und sie kehren nicht mehr wieder. Deshalb wird es auch nie wieder so einsame Gipfel geben, wie sie nur der Rock in seinem dampfenden Irrsinn hervorgebracht hat. Damals, als er noch frisch war. Die überlebenden Mitglieder der Rolling Stones, von The Who oder Pink Floyd sind heute hingegen damit beschäftigt, die Erinnerung an ihre Großtaten wachzuhalten. Im Grunde gibt es nur einen einzigen Haudegen aus den Siebzigerjahren, der seinen musikalischen Zauber und seine künstlerische Relevanz bewahren konnte, indem er beides von Platte zu Platte immer wieder behutsam modernisierte und auffächerte: Robert Plant.

Als Sänger von Led Zeppelin setzte er das, was man heute eine "Benchmark" nennt. Plant ist, mehr als Roger Daltrey von The Who oder Ian Gillan von Deep Purple, bis heute der Inbegriff des "Shouters" geblieben - in seiner seltsam femininen Virilität ein Rollenmodell für fast alle Sänger, die der Heavy Metal hervorbringen sollte.

Er konnte spitz und sanft sein, ekstatisch und verhalten, sehr laut und - mehr noch als Freddie Mercury von Queen - auch sehr leise. Er konnte Songs nicht nur schreiben, er konnte sie auch verkörpern. Und er strahlte einen Hunger aus, der ihn bis heute nicht verlassen hat. Zu hören ist das auf Alben wie "Dreamland", "Mighty ReArranger" oder der mit Grammys überhäuften Zusammenarbeit mit Alison Krauss, "Raising Sand".

Musik wie aus dem Defibrillator

Fans fragen sich schon lange, warum zum Teufel Robert Plant nicht mit den verbliebenen Zeppelinen - Jimmy Page und John Paul Jones - auf lukrative Tournee geht. Die Antwort ist sein neues Album. "Lullaby and... The Ceaseless Roar" klingt über weite Strecken exakt so, wie Led Zeppelin heute klingen würden, wäre die Zeit nicht über sie hinweggegangen. Da hüpft das verspielte Banjo, da zerrt die schwere Gitarre, es grooven die nordafrikanischen Rhythmen. Folk trifft Rock, und hin und wieder belebt zeitgemäße Elektronik das Geschehen, wie Stromstöße aus dem Defibrillator.

Und da ist die Stimme von Robert Plant, komplett da wie eine Fliege in Bernstein, die rollenden Koloraturen, die spitzen Schluchzer. Ziel ist diesmal nicht die Überwältigung, sondern die Trance. Und anders als früher bei Led Zeppelin gibt Plant im Booklet auch an, wo er klaut: "Poor Howard" beruht auf einem Stück von Leadbelly. Alles andere ruht in sich selbst. Wovon Sie sich jetzt exklusiv vorab überzeugen können.


CD-Angaben:
Robert Plant: Lullaby and... the Ceaseless Roar. Nonesuch Records, 15,99 Euro.