"Rock am Ring" Festival-Konkurrenten kämpfen vor Gericht

Die Betreiber des Nürburgrings und Marek Lieberberg streiten um den Namen "Rock am Ring": Darf der Konzertveranstalter den Festivalnamen mitnehmen oder gehört er zu der Eifel-Rennstrecke? Das Landgericht Koblenz braucht noch Bedenkzeit.

"Rock am Ring" 2014: Tatsächlich das letzte Mal am Nürburgring?
DPA

"Rock am Ring" 2014: Tatsächlich das letzte Mal am Nürburgring?


Wem gehört der Rock am Ring? Genauer gesagt, wem gehört der Markenname "Rock am Ring"? Darüber wurde am Montag vor dem Landgericht Koblenz verhandelt. Konkret möchte die Nürburgring GmbH dem Veranstalter Marek Lieberberg per einstweiliger Verfügung untersagen lassen, ein Festival an einem Ort ohne ihre Zustimmung so zu nennen. Eine Entscheidung darüber hat die Vorsitzende Richterin für den 30. Juni angekündigt.

Ingrid Metzger, die Koblenzer Richterin, sagte, nach vorläufiger Bewertung bestehe ein Recht an dem Werktitel "Rock am Ring" sowohl für die Ring-Besitzer als auch für den Konzertveranstalter Marek Lieberberg. Konkret liege das Recht bei einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts, die beide Parteien verbinde und noch existiere. Demzufolge dürfe keine Seite ohne Zustimmung der anderen anderswo ein Festival mit diesem Namen veranstalten.

Damit würde das Gericht der Argumentation der Nürburgring GmbH folgen. Die Betreibergesellschaft der Eifel-Rennstrecke hatte dem bisherigen "Rock am Ring"-Veranstalter vorgeworfen, unter anderem in einem Interview mit SPIEGEL ONLINE unrichtige Behauptungen aufgestellt zu haben. Lieberberg sagte darin, er habe die Idee "Rock am Ring" verwirklicht - ohne Hilfestellung Dritter. "Wir haben die Marke erfunden, wir haben ihr zu einem Kultcharakter verholfen, und die Marke bleibt bestehen", so Lieberberg. "Sie ist überhaupt nicht an den Nürburgring gebunden."

Fotostrecke

3  Bilder
Marek Lieberberg und "Rock am Ring": Ade Nürburgring! Hallo Gladbach?

Anlass für die Reaktion war, dass Lieberberg sich mit dem neuen Ring-Besitzer Capricorn nicht auf eine weitere Zusammenarbeit hatte einigen können. So ging am ersten Juni-Wochenende die letzte "Rock am Ring"-Austragung am Nürburgring über die Bühne - zumindest in der bisherigen Veranstalterkonstellation.

Während Lieberberg ankündigte, auch zukünftig am traditionellen "Ring"-Wochenende ein Festival auszurichten (favorisierter Standort ist ein ehemaliges Militärgelände in Mönchengladbach), verkündete die Nürburgring GmbH, mit der Berliner Deag einen neuen Festivalpartner gefunden zu haben. Unter dem Namen "Grüne Hölle" planen sie "ein pures Rockmusik-Festival" auf dem Eifelkurs, wie Deag-Chef Peter Schwenkow im SPIEGEL-ONLINE-Interview ankündigte.

Vom 20. bis zum 22. Juni richtete die Deag ein Festival auf einem Autobahnkreisel nahe dem Schweizer Hinwil aus. Titel der Veranstaltung: "Rock The Ring".

feb/dpa

insgesamt 20 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
crunchy_frog 23.06.2014
1.
Das hat man jetzt davon, dass man den Ring an eine Heuschrecke verhökert hat, die nichts ausser Gewinnmaximierung im Sinn hat.
Ex-Kölner 23.06.2014
2. Dann soll Herr Lieberberg...
...das Ding umbenennen. Wenn das Konzert nicht mehr am Ring stattfindet, ist der alte Name eh Blödsinn. Man konnte sich ja sogar eine ironische Brechung des Namens vorstellen: Kock am Brink (sorry, der mußte raus), Was für'n Ding, Schock und Swing - was weiß ich...
bernadillo 23.06.2014
3. Nicht unbedingt
Zitat von Ex-Kölner...das Ding umbenennen. Wenn das Konzert nicht mehr am Ring stattfindet, ist der alte Name eh Blödsinn. Man konnte sich ja sogar eine ironische Brechung des Namens vorstellen: Kock am Brink (sorry, der mußte raus), Was für'n Ding, Schock und Swing - was weiß ich...
Es gibt nicht nur den Nürburgring sondern auch den Hockenheimring und schon würde der Name des Konzerts wieder Sinn macht sollte man es denn dort hin verlegen wollen. Sehe ich ähnlich wie dem Großen Preis von Deutschland der auch an unterschiedlichen Orten ausgetragen wurde/wird, hier geht es um eine Veranstaltung und nicht um den Ort.
Greed 23.06.2014
4.
Zitat von Ex-Kölner...das Ding umbenennen. Wenn das Konzert nicht mehr am Ring stattfindet, ist der alte Name eh Blödsinn. Man konnte sich ja sogar eine ironische Brechung des Namens vorstellen: Kock am Brink (sorry, der mußte raus), Was für'n Ding, Schock und Swing - was weiß ich...
Es geht sich nicht darum ob das neue Festival den Namen RaR tragen soll, allerdings hat der Markenname einen bestimmten Wert. Sollte Seite X den einfach so aufgeben, so würde man der Gegenseite praktisch Geld schenken. Zusätzlich ist dieser Wert sicherlich auch (in welcher Form auch immer) in den Büchern der Unternehmen eingetragen.
optaeck 23.06.2014
5. Schock und Swing
Das gefällt mir. Sie sollten sich den Namen schützen lassen. Der Artikel zeigt, was passiert, wenn man bei sowas nachlässig ist.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.