Streit um Namensrechte "Rock am Ring" darf nicht einfach umziehen

Wem gehört die Marke "Rock am Ring"? Im Namensstreit zwischen Nürburgring GmbH und Marek Lieberberg hat das Landgericht Koblenz ein Urteil gefällt - dem Konzertveranstalter dürfte es nicht passen.

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Wer Ringrocker sein will, muss sich einigen: Der Konzertveranstalter Marek Lieberberg besitzt nicht alleine die Rechte an der Marke "Rock am Ring". Er dürfe ein Festival mit diesem Namen nicht ohne die Zustimmung der Nürburgring GmbH bewerben oder veranstalten, entschied das Landgericht Koblenz am Montag.

Damit hatte ein Antrag auf einstweilige Verfügung der Ringgesellschaft im Wesentlichen Erfolg. Sie wollte verhindern, dass Lieberberg den Namen "Rock am Ring" nach seinem Weggang aus der Eifel im kommenden Jahr mit an einen neuen Festivalstandort nimmt. Ein Anwalt Lieberbergs kündigte an, die Gründe für die Entscheidung genau zu prüfen.

Ingrid Metzger, die Koblenzer Richterin, hatte schon am ersten Verhandlungstag angedeutet, nach vorläufiger Bewertung bestehe ein Recht an dem Werktitel "Rock am Ring" sowohl für die Ring-Besitzer als auch für den Konzertveranstalter Marek Lieberberg. Konkret liege das Recht bei einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts, die beide Parteien verbinde und noch existiere. Demzufolge dürfe keine Seite ohne Zustimmung der anderen anderswo ein Festival mit diesem Namen veranstalten.

Nun ist das Gericht der Argumentation der Nürburgring GmbH tatsächlich weitgehend gefolgt. Die Betreibergesellschaft der Eifel-Rennstrecke hatte dem bisherigen "Rock am Ring"-Veranstalter vorgeworfen, unter anderem in einem Interview mit SPIEGEL ONLINE unrichtige Behauptungen aufgestellt zu haben. Lieberberg sagte darin, er habe die Idee "Rock am Ring" verwirklicht - ohne Hilfestellung Dritter. "Wir haben die Marke erfunden, wir haben ihr zu einem Kultcharakter verholfen, und die Marke bleibt bestehen", so Lieberberg. "Sie ist überhaupt nicht an den Nürburgring gebunden."

Kommt nun das befürchtete "Blutbad" der Konzertveranstalter?

Anlass für die Reaktion war, dass Lieberberg sich mit dem neuen Ring-Besitzer Capricorn nicht auf eine weitere Zusammenarbeit hatte einigen können. So ging am ersten Juniwochenende die letzte "Rock am Ring"-Austragung am Nürburgring über die Bühne - zumindest in der bisherigen Veranstalterkonstellation.

Während Lieberberg ankündigte, auch künftig am traditionellen "Ring"-Wochenende ein Festival auszurichten (favorisierter Standort ist ein ehemaliges Militärgelände in Mönchengladbach), verkündete die Nürburgring GmbH, mit der Berliner Deag einen neuen Festivalpartner gefunden zu haben. Unter dem Namen "Grüne Hölle" planen sie "ein pures Rockmusik-Festival" auf dem Eifelkurs, wie Deag-Chef Peter Schwenkow im SPIEGEL-ONLINE-Interview ankündigte.

Folkert Koopmans, dessen Firma FKP Scorpio mit "Hurricane" und "Southside" ebenfalls stark im Festivalgeschäft vertreten ist, fürchtet, dass eine Konkurrenz zwischen Lieberberg und Schwenkow zu einem "Blutbad" führen könnte, wenn sich "die beiden Herren finanziell überbieten". Das sagte der Konzertveranstalter der "Süddeutschen Zeitung".

feb/dpa

insgesamt 29 Beiträge
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monolithos 30.06.2014
1. Na dann eben umbenennen!
Na, dann nennt man das Baby eben anders, wenn es woanders schreien soll! Wie wäre es mit TEFKARAR - The Event Formerly Know As Rock Am Ring?
MTMinded 30.06.2014
2. verständlich...
... das Capricorn klagt. Der Name "Grüne Hölle - Rockfestival am Nürburgring" klingt einfach nur angestaubt...
xysvenxy 30.06.2014
3. optional
Ich hätte mir gewünscht das Gericht hätte im Sinne des Publikums entschieden. Aber, naja, dann kann man das Festival in MG ja auch "Rock im HQ" nennen, was soll's?
romanpg 30.06.2014
4.
oder Lieberberg zieht einfach nach Hockenheim um. Das neue Rockenheim-Festival wird glaube ich auch von ihm veranstaltet. Daher verstehe ich die Aufregung auch nicht ganz. Dann zieht er halt mit seinem ganzen Zirkus einfach weiter und veranstaltet da das große Festival und nicht nur RaR lite wie bisher.
Sankari66 30.06.2014
5.
Zitat von romanpgoder Lieberberg zieht einfach nach Hockenheim um. Das neue Rockenheim-Festival wird glaube ich auch von ihm veranstaltet. Daher verstehe ich die Aufregung auch nicht ganz. Dann zieht er halt mit seinem ganzen Zirkus einfach weiter und veranstaltet da das große Festival und nicht nur RaR lite wie bisher.
Das wäre wohl etwas zu nahe an Nürnberg und würde damit stark mit Rock im Park kollidieren. Rock am Ring zieht viele Besucher aus dem Ruhrgebiet. Deshalb ist es schon sinnvoll etwas in die Richtung zu gehen.
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