Rockband R.E.M. geben Trennung bekannt

Eine der erfolgreichsten Rockbands ist Geschichte: R.E.M. haben nach 31 Jahren Bestehen ihre Auflösung verkündet. Anfangs vor allem in der Indie-Szene hochverehrt, produzierte die Gruppe um Michael Stipe in den neunziger Jahren große Chart-Hits.
Rockband: R.E.M. geben Trennung bekannt

Rockband: R.E.M. geben Trennung bekannt

Foto: LEFTERIS PITARAKIS/ AP

Los Angeles - "Losing my Religion" oder "The One I Love": Auch heute noch scheint kaum ein Radiosender ohne diese Mega-Hits auszukommen - und neue Songs von R.E.M. wird es wohl nicht geben. Die amerikanische Rockband zieht nach drei Jahrzehnten einen Schlussstrich. Am Mittwoch gaben die Musiker um Frontman Michael Stipe auf ihrer Web-Seite die Auflösung der Band bekannt .

"Ich hoffe, dass unsere Fans verstehen, dass dies keine einfache Entscheidung war", erklärte Stipe. "Aber alle Dinge müssen enden, und wir wollten es richtig tun, auf unsere Weise". In einer gemeinsamen Erklärung hieß es: "Wir gehen fort mit einem tiefen Gefühl von Dankbarkeit, von Endgültigkeit und mit Erstaunen über all das, was wir erreicht haben. An jeden, der jemals von unserer Musik berührt wurde, unser tiefster Dank fürs Zuhören."

R.E.M. gelten als eine der einflussreichsten Rockbands der letzten Jahrzehnte - in musikalischer Hinsicht ohnehin, aber auch mit ihrem politischen Engagement. Die Band steht als Synonym für Political Correctness: Gleichberechtigung, Frieden, Umweltschutz waren die Themen, für die sie eintrat. Vehement sprachen sich Stipe und Co. gegen die Kriege im Irak und in Afghanistan aus, besonders erzürnte sie die Meldungen, wonach Terrorverdächtige in Guantanamo auch mit Musik von R.E.M. dauerbeschallt worden sein sollen, um sie zu Aussagen zu bewegen.

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Ende einer Rocklegende: R.E.M. machen Feierabend

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Die Band aus dem US-Bundesstaat Georgia mit Stipe, Bassist Mike Mills, Gitarrist Peter Buck und Drummer Bill Berry hatte sich 1980 gegründet. Kurz darauf machte sie mit dem Song "Radio Free Europe" Furore und war bald der Geheimtipp der Indie-Szene. Regelmäßig platzierten sich ihre Singles in den amerikanischen College-Radio-Charts, bereits im Jahr 1983 traten R.E.M. als Vorband auf den US-Konzerten der britischen Superstars von The Police.

"Die Kunst auf einer Party ist zu wissen, wann es Zeit ist zu gehen"

Kritiker und Fangemeinde waren vor allem von der eigentümlichen und ungewöhnlichen Mischung von Punk- und Folk-Elementen angetan, dazu gesellten sich die verrätselt-poetischen Texte Stipes. Mit dem 1987 erschienenen "The One I Love" schafften die Musiker schließlich auch den kommerziellen Durchbruch.

In den Folgejahren änderte sich der Musikstil der Band erheblich - weg vom Rock, hin zu eingängigen Pop-Nummern. Ab 1991 wurden R.E.M. mit Hits wie "Losing My Religion", "Everybody Hurts", "Imitation Of Life" und "Bad Day" zu weltweiten Superstars. 1997 verließ Schlagzeuger Berry nach gesundheitlichen Problemen die Band.

Sie hätten sich stets wie Brüder geliebt und respektiert, teilte Mills nun anlässlich der Trennung mit. "Es gibt keine Missklänge, kein Zerwürfnis, keine Anwälte, die sich streiten. Wir haben diese Entscheidung zusammen getroffen, freundschaftlich und im besten Interesse für jeden von uns. Es ist einfach der richtige Zeitpunkt". Sie seien eine Gruppe von 19-Jährigen gewesen, die die Welt ändern wollten, schrieb Buck.

Erst im Frühjahr dieses Jahres ist ihr Album "Collapse Into Now" erschienen - das 15. und vorerst letzte der Band. Für den Herbst wird noch ein Best-Of-Album erwartet, auf ihm sollen noch einige neue Songs erscheinen. Bei der Konzeption dieser letzten Veröffentlichung wollen die Musiker erkannt haben, dass sie die Band auflösen wollen.

"Ein weiser Mann sagte einmal: 'Die Kunst auf einer Party ist, zu wissen, wann es Zeit ist zu gehen'", schreibt Michael Stipe zum Abschied auf der R.E.M.-Homepage.

fdi/dpa/Reuters
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