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09. Juni 2006, 18:03 Uhr

Rocklegende The Who

Neue Single, neues Album

Eigentlich gibt es sie gar nicht mehr: 1982 löste sich die britische Rockband The Who offiziell auf. In den letzten Jahren traten die verbliebenen Bandmitglieder jedoch immer wieder gemeinsam auf. 24 Jahre nach "It's Hard" ist eine neue Single fertig, ein neues Album in Planung.

Berlin - "Wire & Glass" soll die Who-Single heißen, die am 14. Juli in Deutschland in die Läden kommt: Elf Minuten lang und zugleich eine Kombination von sechs Stücken des noch unbetitelten Albums, das im Oktober erscheinen soll - die erste Studio-Veröffentlichung seit dem misslungenen "It's Hard" von 1982. Die britische Rockband um Pete Townshend wolle ihren klassischen Sound mit zeitgenössischen Klängen kombinieren, hieß es heute in einer Mitteilung von Universal Music. Weite Teile des Albums sollen wie eine Mini-Oper wirken. Damit wollen The Who offenbar an einen der größten Band-Erfolge ihrer bereits über 40 Jahre währenden Geschichte anknüpfen: Ihre Rockoper "Tommy" machte 1972 Musikgeschichte.

Who-Chef  Townshend:  Neues Album nach 23 Jahren 
DPA

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Fans können die Songs des neuen Albums aber schon vor der Veröffentlichung im Oktober hören: The Who touren durch Europa. In Deutschland steht die 1961 gegründete Band am 11. Juli in Bonn auf der Bühne. Am 12. und 23. Juli finden Konzerte in Berlin und Ulm statt.

1965 kam mit "My Generation" der Durchbruch; es folgten Hits wie "Substitute", "I Can't Explain", "I'm A Boy" und "Happy Jack". Die Band bestand ursprünglich aus dem Sänger Roger Daltrey, dem Bassisten John Entwistle, dem Drummer Keith Moon und dem Gitarristen und Songwriter Pete Townshend. Ihre rebellische Mischung von Rock, Rhythm & Blues machte die Briten vor dem Hintergrund der Mod-Subkultur zu internationalen Stars der Rock-Szene, die auch beim legendären Open-Air-Festival in Woodstock 1969 dabei waren. Stars - und Vorbilder für ganze Generationen jüngerer Rockbands von The Jam bis Oasis - waren The Who nicht nur aufgrund ihrer Musik, sondern auch wegen ihrer explosiven Bühnenshows: Gitarren zertrümmern und Schlagzeug durch die Gegend werfen gehörten für die Rüpel zur Kür jedes guten Konzerts.

1978 starb Keith Moon an einer Überdosis Medikamente - es war der Anfang vom Ende. Die Band löste sich 1982 offiziell auf, raufte sich aber in den Folgejahren immer wieder für Live-Auftritte zusammen. Es gab immer wieder Konzertmitschnitte und Best-Of-Alben. Einer der letzten großen Auftritte war im Sommer vergangenen Jahres beim Live-8-Konzert. Zwanzig Jahre zuvor waren sie auch bei der Vorgänger-Veranstaltung Live-Aid dabei. Allerdings nur noch in einer rudimentären Originalbesetzung, denn 2002 war John Entwhistle an Herzversagen gestorben. An Drums und Bass sprangen die Studio-Cracks Zak Starkey und Pino Palladino ein.

Bereits 2005 gab es Gerüchte über ein neues Album. Auf Pete Townshends Website war zu lesen, man wolle sich Anfang 2006 zusammensetzen, um zu sehen, ob es für ein neues Album reiche.

abr/ddp

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