Rolling-Stones-Ausstellung in London Und es duftet nach Fish and Chips

Sie zeigen legendäre Gitarren, Tagebücher, sogar Geruchsproben aus ihrer ersten WG: Die Rolling Stones haben in London ihre erste große Ausstellung eröffnet.

Von der runtergerockten Wohngemeinschaft in Chelsea bis zum famosen Konzert im Hyde-Park 2013: Die Rolling Stones feiern sich in einer monumentalen Ausstellung in der Londoner Saatchi Gallery.

Sein ganzes Leben sei in einer halben Stunde vor seinen Augen vorbeigerauscht, sagte Rolling-Stones Frontmann Mick Jagger über seine erste große Ausstellung. "Exhibitionism" heißt die Schau über die berühmteste Rockband der Welt, in der über 500 Objekte aus 50 Jahren Bandgeschichte gezeigt werden.

Zu sehen sind dort Kleidung, Instrumente, alte Tagebücher, Tourplakate. Auch die erste WG der Stones wurde nachgebaut, von dort gibt es sogar Geruchseindrücke: Wer die Wohnung betritt, wird von Chicken-Tandoori- und Fish&Chips-Düften umhüllt - das erste war Jaggers Lieblingsgericht Anfang der Sechzigerjahre, das zweite das von Richards und dem Gründungsmitglied Brian Jones und ihres Mitbewohners James Phelge.

In den britischen Medien trifft die Ausstellung auf ein geteiltes Echo. Der "Guardian" kritisiert , sie erzähle nichts über die Menschen hinter der Band. Die besten Teile der Ausstellung seien die, die sich auf die Rolle der Stones als Live-Band konzentrieren. In der Schau sind zum Teil komplett nachgebaute Bühnenszenen sowie Video-und Audioinstallationen von Auftritten zu sehen. Anders als David Bowie, über den es ebenfalls eine sehr erfolgreiche Ausstellung gibt, hätten sich die Rolling Stones aber nicht immer aufs Neue erfunden, sondern immer dasselbe in immer schlimmeren Kleidern getan.

Der "Telegraph"  sieht hinter der Ausstellung neben ihrer kulturellen Bedeutung vor allem eine kluge Business-Strategie. Wer ohnehin ein Fan der Stones sei, lerne kaum etwas Neues über die Band, dafür mehr über deren Selbstinszenierung. Trotzdem bescheinigt das Blatt der Schau, "außerordentlich unterhaltsam" zu sein.

Die Ausstellung ist bis zum 4. September zu sehen.

cpa/dpa/afp
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