#MeToo im Deutschrap Frau wirft Samra Vergewaltigung vor – Rapper bestreitet

Die Influencerin Nika Irani erhebt schwere Vorwürfe gegen den Musiker Hussein Akkouche, Künstlername Samra. Der Rapper wehrt sich, sein Label lässt die Zusammenarbeit ruhen.
Samra 2019 in Berlin auf der Bühne

Samra 2019 in Berlin auf der Bühne

Foto: Jan Huebner / Lakomski / imago images

In der Deutschrap-Szene bahnt sich eine #MeToo-Debatte an, angestoßen durch Äußerungen der Influencerin Nika Irani. Sie hatte den Musiker Samra in mehreren Instagram-Postings beschuldigt, sie vergewaltigt zu haben. Der Vorfall habe sich zwischen dem 20. und 26. Juni vergangenen Jahres ereignet, so Irani. Samra habe sie im Schlafzimmer seines Tonstudios gewürgt, sie auf das Bett geworfen und gewürgt. »Ich habe über 20-mal Nein gesagt, dann hat er meine Unterhose aufgerissen und zerfetzt, und ich habe es einfach über mich ergehen lassen«, so Irani.

Samra, der mit bürgerlichem Name Hussein Akkouche heißt, hat die Anschuldigungen mittlerweile öffentlich zurückgewiesen. »Ich habe niemanden vergewaltigt, weder die Person, die mich dessen beschuldigt, noch andere Menschen«, teilte Samra in einem Statement auf Instagram mit. Auf den besonnenen Text folgten mehrere aufgebrachte Videos, in denen der Rapper die Frau beschimpfte und der Lüge bezichtigte. Sie brauche psychische Hilfe. Einen Namen nannte er nicht. Seine Fans rief er dazu auf, ihn zu verteidigen. »Geht da raus und zeigt einfach, dass dieses Mädchen Unwahrheiten verbreitet, dass die Bitch Lügen verbreitet«, sagte Samra. Er habe zwei Tage nicht geschlafen, seine Psyche sei am Ende.

In anderen Äußerungen verteidigte sich der Musiker auf zynische Art: Die Frau habe sich vielleicht gekränkt gefühlt, weil er ihr »am nächsten Tag keine Blumen nach Hause gebracht habe«, und ihn deshalb beschuldigt. »Ich liebe Frauen, Frauen lieben mich, ich muss so etwas nicht tun«, sagte Samra. Gleichzeitig könne es sein, dass er gegenüber der 22-Jährigen »kein Gentleman« gewesen sei.

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Universal Music Germany pausiert Zusammenarbeit

Ohne konkret den Namen Samra zu nennen, teilte Universal Music Germany in einer Instagram-Story am Freitag mit: »Gegen einen unserer Künstler wurden auf Social Media schwere Anschuldigungen erhoben. Konkret geht es um den Vorwurf der sexuellen Gewalt. (...) Aufgrund der Schwere der Anschuldigungen haben wir uns dazu entschlossen, die Zusammenarbeit mit dem betreffenden Künstler bis zur Klärung der Vorwürfe ruhen zu lassen.« Samras Alben erschienen bislang bei Urban Records, einem Tochterlabel von Universal.

Der Fall hat in der gesamten Deutschrap-Szene eine Debatte um sexuelle Übergriffe anstoßen. Auf Instagram will etwa die Seite »deutschrapmetoo« Fälle sammeln und Betroffene vernetzen. Auf Twitter erzählten zahlreiche Nutzerinnen, welche Erfahrungen sie mit bekannten Gesichtern aus der Szene gemacht hätten.

Anmerkung der Redaktion: Es gab Unklarheiten, ob Samra die Betroffene als »Bitch« oder als »Mädchen« bezeichnet. Wir haben nun die Stelle geändert und zitieren den kompletten Wortlaut.

rai/dpa
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