Soft-Machine-Gründer Rockmusiker Kevin Ayers ist tot

Er war einer der Köpfe des Sixties-Underground: Im Alter von 68 Jahren ist der Rockmusiker Kevin Ayers in Südfrankreich gestorben. Sein Plattenlabel bezeichnete den Mitbegründer der britischen Rockband Soft Machine als die Inkarnation der Ideale der sechziger Jahre.
Soft-Machine-Gründungsmitglied Ayers (3.v.l.): "Ein sehr netter Typ und sehr normal"

Soft-Machine-Gründungsmitglied Ayers (3.v.l.): "Ein sehr netter Typ und sehr normal"

Foto: John Williams/ Getty Images

Hamburg/London/Montolieu - Er war einer der einflussreichsten Musiker des Psychedelic Rock, Gründungsmitglied der britischen Rockband Soft Machine, spielte unter anderem im Vorprogramm von Jimi Hendrix. Nun ist Kevin Ayers im Alter von 68 Jahren gestorben: Er sei am Mittwochmorgen tot in seinem Bett gefunden worden, teilte ein Sprecher der Plattenfirma Ayers mit.

Ayers wurde 1944 in der englischen Kleinstadt Herne Bay in der Grafschaft Kent geboren. Er wuchsunter anderem in Malaysia auf. 1966 war Ayers zusammen mit Mike Ratledge, Daevid Allen und Robert Wyatt einer der Gründer von Soft Machine, die in den Sechzigern eine der führenden Psychedelic-Bands war.

Nach Debütalbum verließ er die Band und begann eine Solokarriere. Insgesamt veröffentlichte Ayers 17 Soloalben und arbeitete mit Künstlern wie Brian Eno, John Cale und Nico, mit denen er das viel beachtete Livealbum "June 1, 1974" aufnahm. Seine letzte Platte war "The Unfairground" aus dem Jahr 2007, für die er auch mit Mitgliedern von Roxy Music zusammenarbeitete. Seine Plattenfirma bezeichnete ihn nun als "die Inkarnation der Ideale der sechziger Jahre" wie "Kreativität, freie Meinungsäußerung und freie Liebe".

Mehrere Jahre lebte der Sänger und Songwriter auf Ibiza, wo er mit seiner Heroinsucht zu kämpfen hatte. Später zog er zurück nach England und schließlich nach Südfrankreich. Die Gemeindeverwaltung des südfranzösischen Dorfes Montolieu, in der Ayers seit rund 15 Jahren lebte, bestätigte den Tod des Musikers: "Er war ein sehr netter Typ und sehr normal." Gelegentliche habe Ayers auf der Terrasse vor dem Dorfcafé Gitarre gespielt. "Er hatte übrigens eine seiner Gitarren im Café gelassen mit der Aufschrift 'Wer spielen will, möge spielen'", teilte die Gemeinde mit.

Kevin Ayers hinterlässt zwei Töchter, Rachel und Galen, und seine Schwester Kate.

max/AFP
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