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Springsteen in London: Der "Boss" erst unter Strom - dann ohne

Foto: Jim Dyson/ Getty Images

Sperrstunde London dreht Springsteen und McCartney den Saft ab

Danke sagen war nicht mehr drin: Paul McCartney und Bruce Springsteen haben bei einem Konzert in London kräftig überzogen - bis ihnen der Veranstalter den Strom abstellte. Springsteens Bandkollege beschwerte sich hinterher per Twitter-Mitteilung über den "Polizeistaat".

London - Wenn es um die Sperrstunde geht, sind die Briten eigen. Da ist es auch egal, wenn zwei Musikerlegenden auf der Bühne stehen. Das mussten nun Bruce Springsteen und Paul McCartney feststellen. Ihnen wurde in London der Strom abgedreht - weil sie zu lange gespielt hatten.

Das Duo schaffte es bei einem Open-Air-Konzert im Hyde Park am Samstagabend gerade noch, ihren letzten Song zu Ende zu singen - bedanken konnten sie sich dann schon bei den rund 65.000 Fans nicht mehr, weil die Mikrofone mangels Strom bereits den Dienst versagten. Da war die Sperrstunde um 22.30 Uhr schon um eine halbe Stunde überzogen.

Dabei hätten die Veranstalter wissen müssen, dass sie von Springsteen ("Born in the USA") kein Blitzkonzert erwarten können. Der Amerikaner ist für seine stundenlangen Bühnenshows bekannt - und enttäuschte auch beim "Hard Rock Calling"-Festival nicht. Nach mehr als drei Stunden holte er dann Ex-Beatle McCartney für die letzten Lieder zu sich auf die Bühne. Die beiden sangen zusammen die Beatles-Hits "I Saw Her Standing There" und "Twist and Shout". Dann war das Konzert schlagartig beendet.

Wenig Verständnis zeigte der Gitarrist Steven Van Zandt aus Springsteens legendärer E-Street Band. Er kritisierte die Entscheidung via Twitter: "An einem Samstagabend! Wen haben wir gestört?" Und legte später nach: "Mal ehrlich, wann ist England zum Polizeistaat geworden?" Zwar habe die Ausschaltung der Mikros nicht den "tollen Abend" ruiniert, aber: "Wenn ich mit McCartney jamme, fallt mir nicht auf den Wecker."

Auch Londons Bürgermeister Boris Johnson kritisierte die Veranstalter. "Das klingt für mich nach einer überzogenen Entscheidung", sagte der Politiker dem Londoner Radiosender LBC. "Hätten sie mich angerufen, meine Antwort wäre gewesen, dass sie in Gottes Namen weiterrocken sollen!"

jok/AFP/dpa/dapd