Kontroverse um TV-Dokumentation John Legend nennt R. Kelly "Serien-Kindervergewaltiger"

Sechs mal eine Stunde Missbrauchsvorwürfe gegen R. Kelly: In der Doku-Serie "Surviving R. Kelly" kommen viele seiner mutmaßlichen Opfer zu Wort. Nur die berühmten Kollegen schweigen - außer einem.

In den USA sorgt an diesem Wochenende die Dokumentation "Surviving R. Kelly" auf dem Sender Lifetime  für Gesprächsstoff. In sechs einstündigen Folgen berichten verschiedene Frauen davon, wie sie von dem R&B-Sänger ("I Believe I Can Fly") systematisch unterdrückt und sexuell missbraucht wurden.

Die Vorwürfe sind zum Teil schon bekannt. Bereits 2002 und 2003 war Kelly zweimal wegen des Verdachts festgenommen worden, mit Minderjährigen Geschlechtsverkehr gehabt zu haben und davon Aufnahmen gemacht zu haben. 2017 wurden Anschuldigungen laut, R. Kelly habe mehrere Frauen wie ein Sektenführer in Abhängigkeit gehalten.

In dieser Detaildichte aber sind die Vorwürfe noch nicht zusammengetragen worden. Sie reichen bis in die frühen Neunzigerjahre, als R. Kelly seine Karriere begann. Zu Wort kommen ehemaligen Freundinnen wie Jerhonda Pace und Kitti Jones sowie die Ex-Frau des Sängers, Andrea Kelly. Auch die R&B-Künstlerin Sparkle, die ihre Laufbahn 1998 als Protegé Kellys begann, spricht ausführlich über ihr Verhältnis zu ihm. Die Erzählungen ähneln sich, demnach sei es Kelly stets darum gegangen, Macht über die Frauen auszuüben, sie systematisch abzuschotten und komplett seinem Willen zu unterwerfen.

Viele der Frauen waren zu der Zeit ihrer Verbindung mit dem Popstar minderjährig, stets hatte dieser sich zuvor als Mentor angedient. Bereits 1994 - da war er selbst 27 Jahre alt - heiratete er die damals 15-jährige Sängerin Aaliyah. Die Ehe wurde später annulliert. Die Sängerin starb 2001 bei einem Flugzeugunglück.

Während die Anklagen der mutmaßlichen Opfer in der Lifetime-Serie massiv sind, waren berühmtere Kollegen zu den Vorwürfen nicht vor die Kamera zu kriegen. Die Produzentin der Doku-Serie, dream hampton, erklärte im Interview mit dem Branchen-Portal "Shadow And Act" , dass sie unter anderem Jay-Z, Mary J. Blige, Lil Kim, Erykah Badu und Dave Chappelle angefragt hätte, aber alle seien auf Abstand zu dem Projekt gegangen.

John Legend

John Legend

Foto: ANGELA WEISS/ AFP

Einer der wenigen Mega-Stars, der sehr deutlich Stellung bezieht, ist der Soul-Sänger John Legend. In der Serie sagt er: "Time's up for R. Kelly." Und in einer Mitteilung auf Twitter schrieb er an die Kollegen gerichtet, die vom Auftritt in der Doku Nachteile erwarteten: "Ich glaube diesen Frauen und werde verdammt noch mal nicht einen Serien-Kindervergewaltiger verteidigen. Einfache Entscheidung."

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R. Kelly bezog bislang keine Stellung zu der Dokumentation. Aber seine Anwälte kündigten an, gegen sie vorzugehen.

cbu
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