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Taylor Swift: Wertvoll für 1,287 Millionen

Foto: Jamie McCarthy/ AFP

Nach Spotify-Boykott Taylor Swift feiert Verkaufsrekord für "1989"

Seit 2002 hat kein anderes Album in den USA eine derart starke erste Verkaufswoche gehabt wie "1989". Wieder trotzt Taylor Swift also der Absatzkrise. Ob es daran liegt, dass sie ihre Musik vom Streaming-Dienst Spotify abgezogen hat?

New York - Es ist vollbracht: Auch 2014 ist ein Album erscheinen, das in den USA mit einer Platin-Schallplatte ausgezeichnet werden kann. Dass bisher keine Neuerscheinung des Jahres mehr als eine Million Exemplare verkauft hatte, war Anlass für Branchen-Katzenjammer. Doch nun brauchte Taylor Swift nur eine Verkaufswoche, um sich für Platin zu qualifizieren: 1,287 Millionen Mal sei ihr Album "1989" in sieben Tagen verkauft worden, erhob das Marktforschungsunternehmen Nielsen Soundscan.

Das letzte Mal, dass ein Album in nur einer Woche öfter verkauft wurde, war im Jahre 2002: Damals kam der Rapper Eminem auf 1,322 Millionen verkaufte Exemplare von "The Eminem Show". Seither hat sich der Gesamtmarkt für Musikaufnahmen in den USA nahezu halbiert.

Um so höher ist der Ausnahmestatus von Taylor Swift in ihrem Heimatland einzuschätzen: Sie kann sogar weißes Rauschen verkaufen, und nun hat sie mit "1989" zum dritten Mal hintereinander ein Millionenseller-Album nach einer Woche - auch die Vorläufer "Red" (1,208 Millionen im Jahre 2012) und "Speak Now" (1,047 Millionen 2010) wurden mit großem Interesse aufgenommen.

"Für wertvolle Dinge sollte bezahlt werden"

Ein Faktor für den großen Verkaufserfolg des neuen Albums könnte sein, dass die Alternative, es legal über den Musik-Streaming-Dienst Spotify anzuhören, ausfiel: Wie schon bei "Red" stellte Taylor Swift auch "1989" dem schwedischen Marktführer zunächst nicht zur Verfügung. Doch während man "Red" nach einigen Wochen doch bei Spotify hören konnte, scheint es diesmal nicht nur um ein kurzes Zeitfenster zu gehen, in dem "1989" exklusiv nur im Verkauf zugänglich sein soll.

Seit Montag hat die Neu-New-Yorkerin nämlich ihren kompletten Katalog bei Spotify aus dem Programm nehmen lassen. Diese Geste passte zu einem Editorial, das sie bereits im Juli im "Wall Street Journal"  veröffentlichte. Darin machte sie Streaming neben Piraterie und Filesharing für den allgemeinen Rückgang der Albumverkäufe verantwortlich und betonte den Wert von Musik: "Musik ist Kunst, und Kunst ist wichtig und selten. Wichtige, seltene Dinge sind wertvoll. Für wertvolle Dinge sollte bezahlt werden."

Nachdem Taylor Swift dem schwedischen Unternehmen ihren Boykott mitgeteilt hatte, drängte Spotify in einem Blog-Eintrag  die Sängerin, doch wieder zurückzukehren - der Fans wegen: Von den über 40 Millionen Spotify-Nutzern hätten fast 16 Millionen in den vorherigen 30 Tagen ihre Songs gespielt, die zudem auf 19 Millionen Playlisten vertreten seien. "Taylor, wir waren beide jung, als wir dich zum ersten Mal sahen. Aber jetzt wollen mehr als 40 Millionen von uns, dass du bleibst, bleibst, bleibst. Das ist eine Liebesgeschichte, Baby. Sag einfach Ja", hieß es in Anlehnung an mehrere Hits der Sängerin.

In Deutschland ist die Popularität der Katzenliebhaberin übrigens noch längst nicht so groß wie in den USA: In den am kommenden Freitag veröffentlichten Albumcharts wird sie nur auf Rang vier platziert sein, allerdings mit drei Verkaufstagen weniger als der stärkste Neueinsteiger: "Rekord" von den Fantastischen Vier stieg gleich auf Platz eins in die Charts ein. Auch auf ihrer gerade annoncierten Welttournee  wird Taylor Swift nur einmal in Deutschland Station machen: am 20. Juni 2015 in der Kölner Lanxess Arena.

feb/AP/AFP/dpa
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