Streit um Musikrechte Taylor Swift will ihre alten Alben neu aufnehmen

Pop-Superstar Taylor Swift ist sauer: Schon zum zweiten Mal sind die Nutzungsrechte ihrer erfolgreichen ersten Alben verkauft worden – ohne ihre Mitsprache. Jetzt hat die Sängerin eigene Pläne.
Taylor Swift: Wird sie alle sechs Alben erneut einspielen?

Taylor Swift: Wird sie alle sechs Alben erneut einspielen?

Foto: TAS Rights Management / Getty Images

Wieder einmal haben die Musikrechte der frühen Alben von US-Sängerin Taylor Swift den Eigentümer gewechselt – und wieder konnte die Sängerin nichts dagegen tun, geschweige denn sie selbst erwerben. Die Investmentfirma Shamrock Holdings hat die sogenannten Mastertapes der ersten sechs Swift-Alben einer Holding des Musikmanagers Scooter Braun abgekauft.

Die 30-Jährige hat nun bekannt gegeben, dass sie ihre früheren Alben erneut aufnehmen werde. Sie habe kürzlich damit begonnen, der Vorgang sei »aufregend und schöpferisch erfüllend«, schrieb sie am Montag auf Twitter.

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In dem längeren Tweet spricht Swift über ihren gescheiterten Versuch, die Rechte an ihren früheren Alben und Masterbändern zurückzugewinnen, ein juristischer Streit, der sich seit zwei Jahren hinzieht. Musikmanager Scooter Braun, der auch mit Justin Bieber , Demi Lovato und Ariana Grande zusammenarbeitete, hatte im Juni 2018 das Label Big Machine Records für mehr als 300 Millionen Dollar gekauft.

Taylor Swift hatte als Fünfzehnjährige bei dem Label angeheuert und es erst nach zehn Jahren verlassen, die Originalaufnahmen ihrer ersten sechs Alben blieben bei Big Machine Records, vom erfolgreichen Debüt »Taylor Swift« von 2006 bis zum Hit-Album »Reputation« von 2017.

»Absolut nicht üblich«

Von dem Verkauf an Scooter Braun erfuhr Taylor Swift damals erst, als er bereits abgeschlossen war, obwohl sie zuvor großes Interesse gehabt hätte, ihre eigenen Mastertapes selbst zu erwerben. Man habe ihr jedoch lediglich das Angebot gemacht, wieder zu Big Machine Records zurückzuwechseln und sich dort ihre eigenen Master zurück zu verdienen – pro neuer Platte hätte sie die Rechte an einer alten bekommen sollen, empörte sich Swift damals. Seit 2018 hat sie einen neuen Plattenvertrag mit Universal Music.

Swift fühlte sich damals von Manager Braun hintergangen. Seitdem herrscht Zoff zwischen dem Superstar und dem Musikmogul: Sie warf ihm vor, sie zu tyrannisieren. Er würde verhindern, dass sie mit ihren alten Songs auftrete, schrieb sie auf Twitter . Außerdem blockiere er eine Netflix-Dokumentation über sie. Swift bat ihre Fans um Unterstützung. Prompt berichtete Scooter Braun über Morddrohungen .

Jetzt hat Braun Swifts Musik an die Investorengruppe Shamrock verkauft, angeblich für eine Summe von mehr als 300 Millionen Dollar. Es sei ein zweiter Verkauf ohne ihr Wissen, beschwert sich die Sängerin auf Twitter. Man habe ihr keinen Preis genannt, um ihre Masterbänder mit einem Gegenangebot selbst zu erwerben – stattdessen hätte sie, um den Verkaufspreis zu erfahren, eine Erklärung unterzeichnen müssen, dass sie nie wieder etwas Negatives über Scooter Braun sage, schreibt Swift, »Meine Anwälte sagen, das ist absolut nicht üblich.«

Kurze Zeit später sei sie dann über den Verkauf ihrer Musik sowie zugehöriger Videos und Cover-Art informiert worden. Trotz der Veräußerung an Shamrock sei Scooter Braun auch weiterhin an der künftigen Verwertung der Alben beteiligt. »Ich hatte gehofft, mit Shamrock zusammenarbeiten zu können«, schreibt Swift, »aber wenn Scooter noch drinsteckt, ist das nichts für mich«.

»Ich weiß, dass ich den Wert meiner alten Tapes schmälere«

An ihren Tweet hängte Taylor Swift auch ein Schreiben, in dem sie den neuen Eigentümer ihrer Musik um Verständnis bittet, dass sie auf eine Zusammenarbeit verzichtet und stattdessen nun ihre alten Alben neu bei Universal Music einspielen will. »Ich weiß, dass das den Wert der alten Mastertapes schmälert. Aber es ist die einzige Möglichkeit für mich, wieder stolz zu sein, wenn ich meine Musik höre, und mich zu freuen, wenn meine Fans meine ersten sechs Alben hören, statt mich zu ärgern, dass Scooter Braun profitiert.«

Die zehnfache Grammy-Gewinnerin hatte im Juli das Überraschungsalbum »Folklore« veröffentlicht. Swift, die weltweit über 200 Millionen Tonträger verkauft hat, gelang mit dem Album ein neuer Rekord: Zum ersten Mal seit das Branchenmagazin »Billboard« die US-Hitparaden erhebt, hat es ein Interpret geschafft, in derselben Woche sowohl in den Album-, als auch in den Single-Charts von null auf Platz eins einzusteigen .

cpa/dpa
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