Taylor Swift über Plattendeal "Das schlimmste Szenario"

Taylor Swifts frühere Plattenfirma wurde verkauft - an den Manager von Justin Bieber. Swift missfällt das, er habe sie im Netz gemobbt. Bieber verteidigt seinen Manager. Ein Streit, der auch von der Hoheit über Musik handelt.

Taylor Swift
Chris Pizzello/ Invision/ AP

Taylor Swift


Die Plattenfirma Big Machine Label Group (BMLG) ist verkauft worden, das bestätigte das Label am Sonntag - und damit auch Rechte an den sechs Multiplatin-Alben der Sängerin Taylor Swift. Aufgekauft wurde das Label von der Plattenfirma Ithaca Holdings.

Das allein ist erst mal noch keine Nachricht im Musikgeschäft - sie wird zu einer, weil Ithaca Holdings Scooter Braun gehört, dem Manager von Ariana Grande und Justin Bieber. Und der habe sie zusammen mit Bieber und dem Rapper Kanye West in den sozialen Medien gemobbt, sagt Taylor Swift nun in einem ausführlichen Blogeintrag auf Tumblr. Dass ihre Musik nun zu Brauns Firma gehöre, sei für sie "das schlimmste Szenario".

Swift schreibt, sie habe jahrelang unter "unablässigem, manipulativem Mobbing" von Braun gelitten, der neben Bieber auch West zwei Jahre lang vertrat. Mit Kanye West balgt sich Swift bereits seit den MTV Video Music Awards 2009, als West während der Preisübergabe an Swift die Bühne stürmte. Eine Anspielung auf diese Szene flocht er später in der Textzeile "I made that bitch famous" ("Ich habe die Bitch berühmt gemacht") in seinen Song "Famous" ein - zum Missfallen von Swift.

"Ich habe jahrelang darum gebeten, meine Arbeit kaufen zu können", schreibt Swift auf Tumblr. Stattdessen habe Scott Borchetta, der BMLG bis jetzt managte und dem auch ein Hauptanteil der Firma gehörte, der 29-Jährigen nur angeboten, für jedes neu mit ihm produzierte Album die Rechte an einem alten zu erhalten. Das habe sie ausgeschlagen.

Swift hatte zwischen 2006 und 2017 ihre ersten sechs Studioalben bei Big Machine herausgebracht. Laut einem "Billboard"-Bericht machten Verkäufe und Streams von Swifts Musik im vergangenen Jahr fast 35 Prozent des Marktanteils des Labels aus. Im November hatte Swift Big Machine verlassen und einen Vertrag über mehrere Alben mit der Universal Music Group unterzeichnet.

Justin Bieber und Taylor Swift
Mike Cassese/ REUTERS; Mario Anzuoni/ REUTERS

Justin Bieber und Taylor Swift

"Mein musikalisches Erbe soll jetzt in den Händen von jemandem liegen, der versucht hat, es zu demontieren", schreibt sie und meint damit den neuen Eigentümer Braun. Ihre Botschaft bebilderte Swift mit einem Instagram-Post von Bieber - mit dem Titel "Taylor swift what up" - der ihn bei einem Videoanruf mit Braun und West zeigt.

Borchetta antwortete auf Swifts Anschuldigungen in einem eigenen Blog-Post. Darin sagt er, dass er Swift letztes Jahr für die Unterzeichnung eines neuen Vertrags mit BMLG die Rechte an ihren früheren Aufnahmen angeboten habe.

Er veröffentlichte zudem einen Vertragsvorschlag, der Swift für zehn Jahre verpflichtet hätte - anstelle einer Vereinbarung über eine bestimmte Plattenanzahl. "Taylor hatte jede Chance auf der Welt, nicht nur ihre Master-Aufnahmen zu besitzen, sondern jedes Video, jedes Foto, alles, was mit ihrer Karriere zusammenhängt", schreibt Borchetta.

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Hey Taylor. First of all i would like to apologize for posting that hurtful instagram post, at the time i thought it was funny but looking back it was distasteful and insensitive.. I have to be honest though it was my caption and post that I screenshoted of scooter and Kanye that said “taylor swift what up” he didnt have anything to do with it and it wasnt even a part of the conversation in all actuality he was the person who told me not to joke like that.. Scooter has had your back since the days you graciously let me open up for you.! As the years have passed we haven’t crossed paths and gotten to communicate our differences, hurts or frustrations. So for you to take it to social media and get people to hate on scooter isn’t fair. What were you trying to accomplish by posting that blog? seems to me like it was to get sympathy u also knew that in posting that your fans would go and bully scooter. Anyway, One thing i know is both scooter and i love you. I feel like the only way to resolve conflict is through communication. So banter back and fourth online i dont believe solves anything. I’m sure Scooter and i would love to talk to you and resolve any conflict, pain or or any feelings that need to be addressed. Neither scooter or i have anything negative to say about you we truly want the best for you. I usually don’t rebuttal things like this but when you try and deface someone i loves character thats crossing a line..

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Am Sonntag meldete sich auch Bieber zu Wort: Auf Instagram entschuldigte er sich für den "verletzenden" Post, auf den Swift verwies, und fügte hinzu, dass Braun nichts damit zu tun gehabt hätte. Er kritisierte zudem, dass Swift ihren Streit mit Braun nun in den sozialen Medien austrage. "Für mich sieht es so als, als hättest du Sympathien bekommen wollen und wusstest, dass deine Fans Scooter mobben würden."

Zuletzt machte die Sängerin Schlagzeilen, weil sie sich nach einem langjährigen Streit mit ihrer Kollegin Katy Perry versöhnt hatte.

evh/dpa



insgesamt 4 Beiträge
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Papazaca 01.07.2019
1. Wenn sich Musikmillionäre streiten (deren Musik ich sowieso nicht mag)
wäre das so, wie wenn sich Helene Fischer mit Bushido streiten würde. In jedem Fall geht es um viel Geld. Und da mich diese Musik sowieso nicht interessiert und die Hauptakteure noch weniger (Swift, Bieber) freut mich, das SPON oft und gut informiert. Aber ganz allgemein: Jeder Musiker muß wissen, was es bedeutet, seine Rechte an eine bestimmte Firma zu verkaufen. Und was macht man, wenn Kim Jon Un die Rechte kauft? Genau .....
mha1982 01.07.2019
2. Musikalisches Erbe....
... naja. Wenn das Leute wie Freddie Mercury oder Mike Oldfield sagen würden, o.k. Aber ob Taylor Swift soviel zum musikalischen Kulturgut dieses Planeten beigetragen hat, zweifle ich jetzt einfach mal an. Popgedudel halt...
Gerdd 01.07.2019
3. Fast wie damals, als die Rechte am Beatles-Katalog ...
... bei Michael Jackson gelandet waren. Gespenstisch! Und dabei darf man wohl vermuten, daß Miachael Jackson nicht vorhatte, das Erbe der Beatles zu zerstören. Wie das in diesem Fall aussieht, ist wohl noch unklar. (Im übrigen kann man zu diesem Thema eine dedizierte Meinung haben, auch wenn man sich für die konkret im Raum stehende Musik nicht besonders interessiert.)
Sleeper_in_Metropolis 02.07.2019
4.
Zitat von mha1982... naja. Wenn das Leute wie Freddie Mercury oder Mike Oldfield sagen würden, o.k. Aber ob Taylor Swift soviel zum musikalischen Kulturgut dieses Planeten beigetragen hat, zweifle ich jetzt einfach mal an. Popgedudel halt...
Die kennt doch außerhalb der USA ohnehin niemand. Gut, der Name taucht immer mal wieder in den Medien auf (die müssen ja über irgendwas schreiben), aber ich habe noch nie bewußt einen Song von der gehört.
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