Popstar in Wut The Weeknd will künftig die Grammys boykottieren

Null Nominierungen bei den Grammys – das lässt The Weeknd nicht auf sich sitzen. Der 2020 so erfolgreiche Popstar will mit dem Musikpreis künftig nichts mehr zu tun haben, nennt die Vergabe intransparent.
Whaaaat?! Keine einzige Nominierung? The Weeknd will mit den Grammys künftig nichts mehr zu tun haben

Whaaaat?! Keine einzige Nominierung? The Weeknd will mit den Grammys künftig nichts mehr zu tun haben

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Patrick Smith / Getty Images

Seine Single »Blinding Lights« war der größte Ohrwurm und international erfolgreichste Song des vergangenen Jahres, sein Album »After Hours« die am besten verkaufte R&B-Platte 2020, während der Halbzeit des Super Bowls spielte er eine spektakuläre Show. Bei den Grammys ist The Weeknd trotzdem genau null Mal nominiert.

Das sorgte bereits nach der Bekanntgabe der Nominierungen im November für ungläubiges Staunen. Kurz vor der Verleihung der wichtigsten Musikpreise der Welt Sonntagnacht hat der kanadische Popstar nun angekündigt, die Veranstaltung künftig boykottieren zu wollen.

Er glaube, Entscheidungen würden bei den Grammys von »geheimen Komitees« gefällt. »Ich werde meinem Label nicht mehr erlauben, meine Musik bei den Grammys einzureichen«, ließ The Weeknd – bürgerlich Abel Makkonen Tesfaye – die »New York Times« wissen .

»Ihr schuldet mir Transparenz«

Der Synthiepop-Song »Blinding Lights« stand in Dutzenden Ländern auf Platz eins der Charts, in Deutschland landete er auch in den Jahrescharts auf der Spitzenposition. Bei Spotify wurde der Hit mehr als 1,6 Milliarden Mal gestreamt.

Schon bei der Bekanntgabe der Nominierungen Ende November hatte sich The Weeknd wütend über seine Nichtberücksichtigung gezeigt. »Die Grammys bleiben korrupt. Ihr schuldet mir, meinen Fans und der Industrie Transparenz«, schrieb er damals auf Twitter. In den vergangenen Jahren hatte The Weeknd mehrere Grammys gewonnen, zuletzt 2018.

Die Musikpreise werden in rund 80 Kategorien vergeben, etwa 13.000 Mitglieder der Recording Academy entscheiden über die Preisträger. Die Intransparenz des Vergabeverfahrens kritisierten auch schon andere Musiker, etwa der in diesem Jahr ebenfalls nicht nominierte Zayn Malik: »Wenn man nicht Hände schüttelt und Geschenke schickt, wird man bei den Nominierungen nicht bedacht. Nächstes Jahr schicke ich einen Korb mit Süßwaren.«

Für Unmut bei Musikern und Fans sorgt indes nicht nur mangelnde Transparenz. Auch über die Frage, inwieweit die Grammys der zunehmenden Diversität in der Musikszene gerecht werden, wird bereits seit Jahren öffentlich diskutiert. Zuletzt hatte die zuständige Recording Academy einige Verbesserungsvorstöße unternommen.

kae/dpa
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