"Kurschatten", "Hobbykosmonaut" DDR-Schlagersänger Thomas Lück ist tot

Hits wie "Kurschatten" oder "Hobbykosmonaut" machten Thomas Lück zu einem der bekanntesten Schlagersänger der DDR. Am Donnerstag verstarb Lück im Alter von 76 Jahren.

Thomas Lück zeigt auf diesem Foto von 2018 seine erste bei Amiga erschienene Solo-LP, die 1978 auf den Markt gekommen war
Bernd Settnik/ DPA

Thomas Lück zeigt auf diesem Foto von 2018 seine erste bei Amiga erschienene Solo-LP, die 1978 auf den Markt gekommen war


Thomas Lück, einst einer der bekanntesten Schlagersänger in der DDR, ist tot. Er starb am Donnerstagabend zu Hause im Alter von 76 Jahren, wie seine Witwe Uschi Lück bekanntgab.

Seit 1969 hatte der Sänger mit seinem Freund und Kollegen Andreas Holm das beliebte Duo "Holm und Lück" gebildet. Zum Repertoire von Thomas Lück zählten zahlreiche Hits, wie "Hallo Fräulein Sonnenschein", "Hobbykosmonaut" oder "Kurschatten".

"Thomas Lück hat eine unverkennbare Begabung für Komik, die ihn vor allen anderen Tanzmusikinterpreten unserer Republik auszeichnet." So beschrieb die DDR-Musikzeitschrift "Melodie & Rhythmus" 1974 den Sänger.

Als 18-Jähriger hatte der auf Rügen geborene Lück das erste Mal auf einer Bühne gestanden: als Refrainsänger bei einem Quintett. Als Gast in einem Tanzlokal habe er diese Kapelle einfach gefragt, ob er mal etwas singen dürfe, erzählte Lück Jahrzehnte später. "Wir haben alles gesungen, was im (West)-Radio lief." Es waren englische Songs. Während seiner Armeezeit bei der NVA gründete Lück dann eine eigene Band.

Zugleich sang er beim DDR-Rundfunk vor - das Lied "Auf der schwäbsche Eisebahne". "Einen lustigen Sänger brauchen wir noch in der DDR", hätten die anwesenden Komponisten geantwortet - und die Karriere nahm an Fahrt auf. "Nimm den Nachtzug" hieß der erste eigene Song aus dem Jahr 1965. "Ich habe mir immer lustige Themen gesucht", sagte der Sänger 2018 in einem Gespräch mit der der Deutschen Presse-Agentur. Lück übernahm auch Rollen in DEFA-Fernsehfilmen, Schwänken und Musicals.

Der Mauerfallbedeutete zunächst das jähe Karriere-Ende für den Schlagerstar. Lück organisierte danach hauptberuflich Flohmärkte in großen Hallen, auf denen auch seine eigenen Alben verscherbelt wurden.

Privatleben eines Frauenschwarms

Der Frauenschwarm hatte lange privat einiges Pech in der Liebe. Er wurde dreimal geschieden, auch Beziehungen mit prominenten Partnerinnen - Aurora Lacasa und Nina Hagen - gingen zu Bruch. Die Spanierin Lacasa etwa verließ ihn, weil sie sich in seinen Kollegen Frank Schöbel verguckt hatte. Mit der vierten Ehefrau, Uschi, hatte Lück schließlich Glück: Über 20 Jahre waren die beiden ein Paar. Sie lebten fernab der Öffentlichkeit in einem Häuschen in einem kleinen Ort nahe Berlin.

Ende der 90-er Jahre gab es ein Comeback für "Holm und Lück". Zu seinem 75. Geburtstag sagte Thomas Lück 2018: "Ich werde erkannt und die Leute sprechen mich an. Allerdings nicht mehr in solchem Maß wie zu DDR-Zeiten."

2015 habe er sich mehreren Hautkrebs-Operationen unterziehen müssen, berichtete seine Witwe am Sonntag. "Danach hat er trotzdem immer weitergemacht." Im Herbst vergangenen Jahres sei dann Lymphdrüsenkrebs festgestellt worden. Noch am Tag der geplanten Operation habe er in Berlin ein Konzert gegeben. "Er wollte das unbedingt." Doch wenige Monate später sei er so geschwächt gewesen, dass er seine Karriere beenden musste. "Er hat die Bühne geliebt", so seine Witwe.

ene/dpa



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