Tim Renner "Die Zukunft gehört den virtuellen Jukeboxes"

Zum Auftakt der Musikmesse Popkomm warnt Tim Renner, Musikchef von Universal Music Deutschland, die Plattenfirmen vor einer längeren Durststrecke. Im Interview mit manager magazin online plädiert er für legale Musikdatenbanken im Internet, um gegen Napster & Co. vorzugehen.


Musikmanager Renner: "Napster ist bald pleite"

Musikmanager Renner: "Napster ist bald pleite"

Die deutschen Plattenfirmen müssen sich auf eine längere Durststrecke gefasst machen, warnt Tim Renner, President Music Group der Universal Music Deutschland, im Gespräch mit manager magazin online (www.manager-magazin.de). Der Branche drohe ein weiterer Personalabbau, obwohl sie schon jetzt durch Rationalisierungen und Zusammenschlüsse gekennzeichnet sei, erklärt Renner zum Start der Kölner Musikmesse Popkomm (17. bis 19. August).

Raubkopie-Dienste im Internet werden den Plattenfirmen das Leben weiter schwer machen, erwartet der 35-jährige Senkrechtstarter der Branche. Anbieter wie Gnutella oder Freenet hält er jedoch für gefährlicher als den zuletzt im Rampenlicht stehenden Musik-Tauschdienst Napster: Das US-Unternehmen werde bald "pleite gehen", vermutet der Musikmanager. Selbst vor Erpressungsversuchen scheuten die Amerikaner nicht mehr zurück. Renner: "Napster hat einigen meiner US-Kollegen angeboten, seine Aktivitäten teilweise einzuschränken - sofern sie dafür zahlen."

Renner glaubt, dass die Plattenfirmen in Deutschland mit eigenen Onlineaktivitäten konstruktiv auf die Bedrohung reagieren. "Die Zukunft gehört den virtuellen Jukeboxes, aus denen sich Internetnutzer für eine Grundgebühr Musikdateien zapfen können", sagt Renner. Das Problem mit Raubkopien werde dadurch entschärft: Es werde viel umständlicher sein, sich Musikdateien über illegale Quellen zu besorgen, als sie aus den Datenbanken der Industrie herunterzuladen.



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