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11. September 2019, 03:02 Uhr

Negativrekord bei YouTube

Pro-Putin-Rapper kassiert 1,48 Millionen Dislikes

Timati ist russischer Hip-Hopper und Fan von Präsident Putin. Sein neues Video brach nun bei YouTube einen Negativrekord. Problematisch war nicht nur der Text - sondern auch der Zeitpunkt der Veröffentlichung.

Mit Diss-Tracks dürfte sich Timati als klischee-erprobter Hip-Hopper wohl auskennen. Seit einigen Tagen weiß er auch, wie das mit den Dislikes bei YouTube so funktioniert. Sein Lied "Moskow" kassierte zwischen dem 7. und 10. September 1,48 Millionen Mal den Daumen nach unten. Danach nahm Timati den Clip aus dem Netz.

"Moscow" kommt nun die so unrühmliche wie inoffizielle Ehre zu, der meistgehasste Clip bei der russischen Version von YouTube zu sein. Weltweit knackte das Video die Top30, wie die britische BBC berichtet. 85.000 Mal klickten Nutzer immerhin auf das "Gefällt mir"-Ikon.

Das Video zeigt Timati und Gast-Rapper Guf, die in allerhand altbekannten Rap-Posen vor dem Stadtbild Moskaus herumturnen. Dazu liefert "Moscow" Textzeilen wie "Ich geh nicht auf Demos, und ich verbreite auch keinen Scheiß" oder preist Moskau als "Stadt, wo es keine Schwulenparaden gibt". An einer anderen Stelle rappt Timati darüber, dass er "einen Burger zu Ehren von Sobjanin runterschlingt". Gemeint ist offenbar Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin.

Problematisch sind jedoch nicht nur die Texte selbst, sondern auch der Zeitpunkt der Veröffentlichung. Timati, der schon mit tatsächlichen Genre-Größen wie Snoop Dogg und Fat Joe kollaboriert hat, stellte den Track einen Tag vor den Regionalwahlen online. Kritiker werfen ihm seitdem vor, er habe Einfluss auf den Urnengang nehmen wollen.

Nun ist Timati ob seiner Vergangenheit tatsächlich nicht unverdächtig. Er bekennt offen seine Affinität zu Präsident Wladimir Putin, von beiden existieren mehrere gemeinsame Fotos. 2015 hatte der Musiker ein Lied veröffentlicht, in dem der Präsident als "Superheld" bezeichnet wird. Das berichtet unter anderem der "Guardian".

Timati selbst erklärte zu dem YouTube-Debakel, er habe den Clip entfernt, um "die Welle der Negativität zu stoppen". Auf Instagram erklärt er, seine eigene Meinung über die Regierung zu haben. "Statt zu Demos zu gehen, sollte man lieber arbeiten und sich selbst verbessern." Später räumte er dann allerdings doch ein, dass der Text "etwas zu viel" gewesen sei und er niemanden habe verärgern wollen. Allerdings liebe er Moskau und habe nur seinen Dank dafür ausdrücken wollen, dass "die Stadt so gut aussieht wie nie in meinen 36 Lebensjahren".

Gast-MC Guf wählte einen anderen Weg der Erklärung. Ebenfalls auf Instagram verkündete er, reingelegt worden zu sein. "Ich bin schockiert, und es tut mir sehr leid", sagte er. Von den anstehenden Wahlen will er nichts gewusst haben.

jok

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