"We'll Meet Again" Britischer Weltkriegs-Schlagerstar Vera Lynn gestorben

Während des Zweiten Weltkriegs reiste sie an die Front, um die Moral der britischen Armee aufrechtzuerhalten. Mit Schlagern wie "We'll Meet Again" wurde sie zum Star. Nun starb Vera Lynn mit 103 Jahren.
Vera Lynn: Sweetheart der britischen Truppen

Vera Lynn: Sweetheart der britischen Truppen

Foto: Andy Rain/ DPA

Sie sang gegen das Heimweh und die Alpträume der britischen Soldaten im Zweiten Weltkrieg an, dafür bekam sie den Spitznamen "The Forces' Sweatheart" verliehen. Eine ganze Generation fand sich in ihren sentimentalen Liedern wieder. Nun ist Vera Lynn gestorben. Das teilte ihre Familie am Donnerstag der britischen Nachrichtenagentur PA zufolge mit.

Geboren während des Ersten Weltkriegs, am 20. März 1917 im Londoner East End, sang sie schon mit sieben Jahren in Freizeitclubs für Arbeiter. In den Dreißigerjahren nahm sie mit bekannten Bigbands erste Songs auf. Der Zweite Weltkrieg wurde zum Sprungbrett für ihre Karriere: Sie wurde zum Superstar des Durchhalteschlagers. Der britische Komiker und Kriegsveteran Harry Secombe sagte nur halb im Scherz über sie: "Nicht Churchill hat die Nazis geschlagen. Vera sang sie zu Tode."

Ab 1941 moderierte die Klempnertochter das nächtliche BBC-Radioprogramm "Sincerely Yours" und verlas Nachrichten von Familien und Freundinnen an die Soldaten in der Ferne. Ihre Stimme machte Hoffnung auf ein Ende der Kriegsschrecken.

"We'll Meet Again" ("Wir werden uns wiedersehen") wurde zum populärsten Song der Show, die ihr nicht nur den Titel "Sweetheart" der Truppen einbrachte, sondern auch viel Geld: Bereits nach einem Jahr verkaufte sie in England mehr Platten als der amerikanische Superstar Bing Crosby. Wie eine britische Marlene Dietrich reiste sie in die entlegensten Kriegsgebiete. Allein 1944 verbrachte sie drei Monate im burmesischen Dschungel, wo Briten gegen Japaner kämpften.

Mit 92 in die Charts

1941 heiratete sie den Musiker Harry Lewis; sie waren fast 60 Jahre lang ein Paar. Nach Kriegsende verließ sie die Bühne, doch schon wenige Jahre später inszenierte sie ihr Comeback mit "Auf Wiederseh'n Sweetheart" und schaffte es damit 1951 als erste Britin an die Spitze der amerikanischen Hitparaden.

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In den 60ern und 70ern erhielt sie mehrere Auszeichnungen der Queen, und durfte sich fortan "Dame" nennen. Noch im Alter von 92 Jahren erreichte sie wieder die britischen Charts.

Erst kürzlich hatte Königin Elizabeth II. in einer Rede an die Nation an einen Song Lynns erinnert, als sie die Briten zum Durchhalten in der Coronavirus-Pandemie aufrief. Die Queen sagte: "We will meet again" (Wir werden uns wiedersehen). Vera Lynn wurde 103 Jahre alt.

evh/dpa
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