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Online-Protest gegen Nickelback: Die eigene Musik als Höchststrafe

Foto: Bas Czerwinski/ picture alliance / dpa

Online-Protest gegen Nickelback Woher der Hass?

Die kanadischen Rocker von Nickelback verkaufen Millionen Platten, aber ziehen auch Verachtung und Ablehnung an wie kaum andere Künstler sonst. Jetzt soll ein Crowdfunding-Projekt sie sogar davon abhalten, in Großbritannien auf Tournee zu gehen.

Es gab selbstverständlich schon immer Musiker, die etwas weniger beliebt waren als andere. Aber so viel Häme, Verachtung und Ablehnung wie die kanadischen Rocker von Nickelback zog wohl noch nie eine Band an. Warum? Schwer zu sagen. Stumpfe Rockbands gibt es wie Sand am Meer. Die Musiker um Sänger Chad Kroeger verehren weder den Ku-Klux-Klan (zumindest ist das nicht bekannt), haben keine Kinder oder Frauen belästigt und auch sonst nichts Verwerfliches zu verantworten.

Trotzdem werden sie mit Liebe gehasst wie Markus Lanz. Aktuelles Beispiel dafür ist eine Anti-Nickelback-Crowdfunding-Aktion in Großbritannien. "Dontletnickelback" lautet das Motto  und soll die ungeliebten Kanadier davon abhalten, sich in Großbritannien auf Konzertbühnen wieder blicken zu lassen. Dafür soll gespendet werden.

Für einen Dollar versprechen die Initiatoren, im Namen des Spenders eine ablehnende E-Mail an das Nickelback-Management zu senden. Für eine höhere Spende werden die E-Mails entsprechend mit Schimpfwörtern garniert. Für 50 Dollar, als Krönung, schicken die Verantwortlichen Nickelbacks Musik an Nickelback. "So müssen sie mal ihre eigene Musik anhören und werden hoffentlich umgehend in den Ruhestand gehen." Dass diese lustige Aktion Chad Kroeger und seine Jungs von der Insel fernhalten wird, ist kaum zu erwarten. Denn es sollte noch erwähnt werden, dass Nickelback bei aller Anfeindung auch enorm erfolgreich sind. Ihre Platten sind Bestseller, ihre Stadionkonzerte immer voll.

Aber dass sie ein Imageproblem haben, ist eine Tatsache. Ja, selbst von Kollegen werden sie ungewöhnlich angegangen. Patrick Carney von den Black Keys verkündete mal im "Rolling Stone", der Erfolg einer miesen Band wie Nickelback beweise, dass der Rock'n'Roll im Sterben liege. Und der Nirvana-Foo-Fighters-Titan Dave Grohl soll gesagt haben: Rückwärts gespielt höre man in einem Nickelback-Song satanische Botschaften. Schlimmer ist es aber, ihn richtig abzuspielen, denn dann höre man einen Nickelback-Song.

Hass

Zehn Gründe, warum Nickelback eine fürchterliche Band sind , wurden mal hier zusammengefasst.

Drama?

Schnippische Beobachter fanden es passend, dass Nickelback-Chef Chad Kroeger vor einiger Zeit das Pop-Sternchen Avril Lavigne ehelichte, denn deren Ruf als schlichte Zicke folgt ihr auch beständig. Nun lässt sich das Traumpaar angeblich scheiden .

Happy End!

Es ist zwar schon eine Weile her, aber vor ziemlich genau vier Jahren versuchten mal enttäuschte Fans, die Indie-Rock-Band Weezer mittels im Internet eingesammelten Geldes zum Aufhören zu bewegen. Zehn Millionen Dollar offerierten sie River Cuomo und seiner Band, wenn sie ihnen dafür den Gefallen täten, ihre Instrumente ruhen zu lassen .

Natürlich wurde daraus nichts. Offensichtlich zu Recht, denn das kürzlich veröffentlichte neue Weezer-Album gilt als sehr gelungen .

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