Viva Plus Das CNN des Musikfernsehens?

Dieter Gorny hat große Pläne: Der Musik-Sender Viva Plus soll ein würdiger Nachfolger des beliebten Programms Viva 2 werden. Ab Januar will der neue Musikreportage-Kanal Pop-News aus den Metropolen der Welt senden.


Viva-Boss Gorny: Nummer zwei vor MTV

Viva-Boss Gorny: Nummer zwei vor MTV

Köln (dpa) - Der Kölner Viva-Konzern will mit seinem neuen Kanal Viva Plus ein "CNN des Musik-TV" schaffen, kündigte Dominik Kaiser, Geschäftsführer der Viva Plus GmbH, in Köln an. Korrespondenten sollen vom 7. Januar an aktuelle Nachrichten aus der internationalen Rock- und Popwelt liefern, die rund um die Uhr als Schlagzeilen-Ticker über den Bildschirm laufen. Im Internet könnten Zuschauer das Programm interaktiv mitgestalten, hieß es, etwa durch die tägliche Wahl der zehn besten Videoclips.

Viva Plus löst den alten Kanal Viva 2 ab, mit dem der Kölner Sender bislang vor allem die Fans der so genannten Alternative-Szene bediente. "Auch bei Viva Plus werden wir abends und nachts HipHop- und härtere Rockmusik bringen", sagte Dieter Gorny, Vorstandsvorsitzender der Viva Media AG. Tagsüber dominierten aber Reportagen aus den "Popmetropolen" der Welt wie Berlin, London und Los Angeles. "Wir wollen mit Viva Plus die Nummer zwei im deutschen Musikfernsehen werden, noch vor MTV", sagte Gorny nicht ohne Ironie, denn sein Ur-Sender Viva belegt seit langem den ersten Platz der Clip-Lieferanten.

Die eigens gegründete Viva Plus GmbH ist ein Joint Venture zwischen der Viva Media AG (51 Prozent), die verantwortlich für den Hauptsender Viva ist, sowie dem US-Medienkonzern AOL Time Warner (49 Prozent). Das neue Programm wird den Angaben zufolge in 30 Millionen Haushalten zu empfangen sein. Moderatoren werden derzeit bundesweit bei Castings gesucht.

Mehr Nachrichtenwert im Musik-TV: Viva Plus-Geschäftsführer Winter (M.), Moderatoren
DPA

Mehr Nachrichtenwert im Musik-TV: Viva Plus-Geschäftsführer Winter (M.), Moderatoren

Auf der zugehörigen Website sollen die Zuschauer Hintergrundinformationen zu ihren Lieblingsstars abfragen, Konzerttickets bestellen und sich in Chat-Foren austauschen können. Die Internetseite werde in verkleinertem Format als Split Screen auch auf dem Fernsehbildschirm eingeblendet, kündigte Viva-Plus-Geschäftsführer Kaiser an. Der 32-jährige Schweizer war zuletzt für das Techno-Fest "Street Parade" in Zürich verantwortlich.

Mit seinem bisherigen Zweitkanal Viva 2 hatte der Kölner Sender Verluste eingefahren, ebenso wie der Konkurrenzsender MTV mit dem früheren Zweitkanal VH-1, den die neue MTV-Geschäftsführerin Catherine Mühlemann in MTV Pop umtaufte. Erst kürzlich hatte der börsennotierte Viva-Konzern die Übernahme der Kölner TV-Produktionsfirma Brainpool ("TV Total") per Aktientausch bis zum Jahresende angekündigt.



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