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28. Juni 2019, 12:57 Uhr

Nach "Leaving Neverland"

"Weird Al" Yankovic verzichtet auf Michael-Jackson-Parodien

Mit "Eat It" und "Fat" wurde "Weird Al" Yankovic berühmt. Seine Veralberungen von Michael Jacksons Hits wird der Musik-Komiker auf seiner aktuellen US-Tour aber nicht spielen - um niemanden im Publikum zu beleidigen.

Seit Anfang Juni ist "Weird Al" Yankovic in den USA unterwegs, für seine "Strings Attached"-Tour ist er erstmals mit einem ganzen Orchester on the road. Zwei seiner größten Hits aber werden bei den Live-Konzerten fehlen: "Weird Al"s aus den Achtzigerjahren stammende, aber immer noch beliebte Versionen von Michael Jacksons "Bad" und "Beat It".

Als Grund nannte der Musik-Komiker gegenüber dem US-Magazin "Billboard" die erneuerten Vorwürfe wegen Kindesmissbrauchs gegen Jackson durch die TV-Doku "Leaving Neverland". "Wir möchten nicht, dass sich jemand unwohl fühlt", sagte Yankovic. "Einige Menschen haben zwar geäußert, sie seien deswegen enttäuscht, aber wir machen lieber einen Fehler, beleidigen dafür aber niemanden."

Yankovic fügte hinzu, er wisse noch nicht, ob die Entscheidung permanent sei oder nicht. Immerhin, so witzelte er, müsse er in der Sommerhitze nicht in den "Fat"-Suit steigen. Der werde aber gut aufbewahrt und werde vielleicht eines Tages zurückkehren.

"Leaving Neverland" von Regisseur Dan Reed löste eine Debatte über die Validität der Vorwürfe aus. In dem Zweiteiler berichten zwei Männer, wie sie als Kinder von Michael Jackson missbraucht worden seien. Ihre Geschichten wurden als kraftvoll wahrgenommen, die Machart des Films und die Aussagen der Protagonisten wurden aber auch kritisiert. Juristisch verwertbare Beweise lieferte der Film nicht.

In der Folge verbannten die "Simpsons"-Macher eine Folge mit Michael Jackson, einige Radiosender weigerten sich, seine Hits zu spielen.

kae

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