Wolfgang Niedecken zum Tode Fritz Raus "Eine kulturhistorisch wichtige Figur"

Udo Lindenberg, Peter Maffay, Wolfgang Niedecken - was wären Deutschrocker ohne Fritz Rau? Im Kurzinterview mit SPIEGEL ONLINE erinnern sie sich an den Konzertveranstalter - Lindenberg schickte eine SMS in Gedichtform.

DPA

SPIEGEL ONLINE: Welche Bedeutung hatte Fritz Rau für Sie?

Niedecken: Im Bundestagswahlkampf 1983 habe ich ihn zum ersten Mal getroffen. Ich bin für Ludwig Hirsch eingesprungen bei der "Grünen Raupe"...

SPIEGEL ONLINE: ...einer Konzerttour für die Grünen.

Niedecken: Als ich dort auf Rau traf, war ich sehr stolz. Der große Impresario! Er war die absolute Persönlichkeit, da steht man innerlich stramm. Eines der schönsten Geschenke, das ich später von ihm bekommen habe, war der goldene Backstage-Pass der Rolling-Stones-Tour von 1982. Den hatten nur die Stones und er.

SPIEGEL ONLINE: Sie haben damals in Köln zweimal im Vorprogramm der Rolling Stones gespielt.

Niedecken: Wir waren mit "Verdamp lang her" gerade durch die Decke gegangen. Und der Stones-Vorverkauf in Köln lief anfangs schleppend. Da hat ihm jemand die Idee nahegebracht, uns als Vor-Act auftreten zu lassen. Ohne diese beiden Auftritte bei den Stones wäre mein Leben anders verlaufen.

SPIEGEL ONLINE: Also auch ohne Fritz Rau?

Niedecken: Ich war bei unglaublich vielen Konzerten, die er mit seiner Agentur Lippmann + Rau veranstaltet hat - Jimi Hendrix zum Beispiel. Natürlich wäre mein Leben anders verlaufen, wenn es die nicht gegeben hätte. Kulturhistorisch war er eine wichtige Figur.

sha



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