"Woodstock 50" Großinvestor springt ab

Jay-Z, Santana und Miley Cyrus waren bereits angekündigt, doch nun hat einer der Hauptinvestoren des Musikfestivals "Woodstock 50" überraschend einen Rückzieher gemacht. Es gab gleich mehrere Probleme.

Sänger John Fogerty war schon 1969 beim Woodstock-Festival dabei - auch beim Jubiläum hätte er wieder auftreten sollen
Brendan McDermid/ REUTERS

Sänger John Fogerty war schon 1969 beim Woodstock-Festival dabei - auch beim Jubiläum hätte er wieder auftreten sollen


Das geplante Jubiläumsfestival "Woodstock 50" nordwestlich von New York wird womöglich doch nicht stattfinden. Nachdem bereits Auftritte von Musikern wie Jay-Z, Santana und Miley Cyrus angekündigt worden waren, hieß es am Montag, die Veranstaltung werde abgesagt.

Es sei nicht möglich, eine Veranstaltung auf die Beine zu stellen, die dem Markennamen "Woodstock" gerecht werde und die Sicherheit von Künstlern und Zuschauern garantiere, erklärte das Unternehmen Dentsu Aegis Network, einer der Hauptinvestoren. Deshalb - und nach "reiflicher Überlegung" - habe man entschieden, das Festival abzusagen.

Auch das US-Fachmagazin "Billboard" berichtete über die Absage. Demnach habe es neben Finanzierungsproblemen bei den Auftrittsgagen auch wachsende Bedenken gegeben, ob der geplante Veranstaltungsort Watkins Glen im Norden des Bundesstaats New Yorks auf die kalkulierten 100.000 Besucher pro Tag ausgerichtet sei.

Das Branchenblatt "Variety" meldete in der Nacht zu Dienstag, Mitorganisator Michael Lang habe angekündigt, nach neuen Investoren für "Woodstock 50" suchen zu wollen. Die Planungen laufen seinen Angaben zufolge weiter, das Festival werde großartig werden. Ob Lang mit der Suche nach neuen Investoren Erfolg haben wird, ist bisher unklar.

Im März hatten die Veranstalter das Line-up vorgestellt und dabei auch Auftritte von den Killers, Imagine Dragons und den Lumineers angekündigt. Der Vorverkauf für Tickets der dreitägigen Jubiläumsveranstaltung Mitte August war schon einmal verschoben worden und hat noch nicht begonnen.

Das ursprüngliche Woodstock-Festival im August 1969 gilt mit geschätzt 400.000 Besuchern als Höhepunkt der Hippie-Bewegung. Unter anderem hatten nahe dem Städtchen Bethel rund 150 Kilometer nordwestlich von New York Jimi Hendrix, Janis Joplin und The Who legendäre Konzerte gegeben. Der Veranstaltungsort lag damals wegen Protesten der Anwohner in Woodstock schließlich etwa 70 Kilometer entfernt.

Im Video: Wiederbelebung einer Legende - Woodstock-Festival (SPIEGEL TV 1994)

SPIEGEL TV

aar/dpa



insgesamt 72 Beiträge
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charlesdemasiado 30.04.2019
1. Na Gottseidank !
Na Gottseidank wurde es abgesagt. Was Woodstock ausmachte war nicht nur die Musik, war vielmehr die absolut neuartige Atmosphaere, der weltweite Aufbruchswille der Jugend, der Rausch, wir koennen die Welt veraendern. Ob in Brasilien, USA, Japan oder im droegen Deutschland, egal, es war eine Zeit in der durch uns ein voellig neues Lebensgefuehl geschaffen wurde. Dazu die sexuelle Freiheit, die Pille, die Drogen, der Kampf gegen den Krieg (Vietnam) und dazu die passenden Theatermanufakturen wie Bread and Puppet, Living Theatre und Terajama, die sozusagen die Avantgard einer neuen Weltanschauung ausmachte. Und das alles soll "wiederbelebt" werden zu Zeiten einer ,Pardon, musikalischen Pornoqueen namens Gaga, die sich ein Stueck rohes Fleisch gaga an die Stirn klatscht, und hinzu all die finsteren Rap-Gestalten? Und welche neuartige Weltanschung wollen so Typen praegen? Gottseidank geht der Kelch an uns, die wir Woodstock erlebt und teils mitgemacht haben, vorbei. Und dann die Haare, die langen Haare die wir Kerle uns buchstaeblich erkaempfen und erleiden mussten, wer weiss denn das ueberhaupt, und dass in einigen Laendern langhaarige beim Grenzuebertritt die Haare Zwangsabgeschnitten wurden (wie einst dem Samson ging damit unsere Energie verloren, glaubten wir, wer kennt noch das Musical "HAIR"?) und dazu der schraege Blick, so von seitlich oben nach rechts unten: Bist du etwa....ein...ein Schwuler, ein warmer Bruder?.... das alles haben wir erleiden muessen. Und heute? Gehoerts sogar bei der Polizei zum guten Ton die Haare laenger zu tragen....., na, schweigen wir. Diese ganze Atmosphaere also (meine spaetere Frau wurde auf der Strasse als "Hure" beschimpft weil sie, Zuhuelfe, eine durchsichtige Bluse trug!), mit den Gammlern und Hippies ( ja auch ich gehoerte dazu und trug stolz den halb verwilderten Bart und sass am Gammlerbrunnen in Amsterdam) und die ersten Kuesse sollte also, au weh au weh, wieder belebt werden, als ob das jemals ginge. Es war ja nicht nur die Musik, es war viel mehr, es war ein voellig neues Leben, das wir der Welt gezeigt haben und die die Gesellschaft praegte. Heute aber macht jeder Dumpfbacke (wer nicht huepft ist gegen....passendes je nach Laune einsetzen) ein Grosskonzert und dazu kommen dann die Gruenen (passt ja auf die Umwelt und unsere dicken Autos auf!) und Genderisten (ist alles nur Konstrukt) und die 68 Geschlechten, die alle Sondertoiletten haben wollen - ach hoert mir doch auf mit dem Mist. Woodstock war einzigartig (Jimmy der seine Gitarre mit der Zunge spielte und die US-Nationalhymne verzerrte, das war wenigstens Skandal, aber heute, wo sogar eine Ostfrau wie Merkel den ekel vor der Deutschen Fahne oeffentlich zur Schau stellt....ein Witz). Hoert endlich auf mit dem Scheiss tote Pferde wieder beleben zu wollen. Und nein ich habe nie Drogen genommen. Gottseidank (Hier gehoert eigentlich das "Amen" hin, aber das waere wohl nicht ganz passend......) Mensch Leute,es war eine wueste wilde tolle Zeit, die so niemals wieder kommen wird. Wiederbeleben....wenn ich das schon hoere, sind wir bei Frankenstein?
tutnet 30.04.2019
2. Sehr schade
Woodstock 1969 kannte ich nur aus dem Kinofilm. Bei der Schlammschlacht Woodstock II in Saugerties 1994 war ich dabei. Nach Concorde ab Paris und je einer Nacht vorher/nachher im Waldorf Astoria war die Nacht im Wurfzelt und knöcheltiefem Schlamm ein besonderes Erlebnis. Das wollte ich mir in diesem Sommer bei Woodstock 50 dann nicht mehr antun und hatte das Hotel bereits gebucht. Hab's gerade storniert.
gibmichdiekirsche 30.04.2019
3. Einmaliges einfach mal einmalig sein lassen
Vielleicht hat diese Absage ja auch ihr Gutes. Öfter mal sollte man Gutes gut und Legendäres legendär und vergangen sein lassen und sich an gute Erinnerungen halten statt krampfhaft "Remakes" zu produzieren. Gilt für vielerlei - für große Filme nicht weniger als für große Festivals. Um es anhand von Namen zu sagen: Janis Joplin und Miley Cyrus? Da sollten eigentlich bei jeder/m mit ein bisschen Ohr ein paar Glöckchen läuten... Oder wer sollte auch nur von ferne an Hendrix erinnern? Ok, einer wie Joe Bonamassa z.B. könnte das vom musikalischen Potential her sicher, aber auch ein Großer wie er könnte und im Leben das alte Charisma und Flair wiederbeleben (und es bestimmt auch nicht wollen). Besser sollte man alte Aufnahmen technisch verbessert zum Jubiläum neu verlegen und ansonsten Einmaliges einfach mal gut einmalig sein lassen..
gibmichdiekirsche 30.04.2019
4. Bitte um Korrektur
Natürlich sollte es richtig heißen: "...aber auch ein Großer wie er könnte *nie* im Leben das alte Charisma und Flair wiederbeleben (und es bestimmt auch nicht wollen)." Pardon.
Knossos 30.04.2019
5. Kunst & Sicherheit
Neben der künstlerischen Einmaligkeit sind es auch Mentalität / Friedfertigkeit und Freigiebigkeit, die sich nicht wiederholen lassen. Möge man es bei der Idee bewenden lassen, oder Veranstaltung heutigen Standards anders benennen.
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