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HEINO Muß ich doch

aus DER SPIEGEL 29/1970

Er singt: »Von den blauen Bergen kommen wir.« Er singt: »Kein schöner Land«, »Wir lieben die Stürme«, »Die Sonne von Mexiko«. Und wenn der blonde Heino zur Klampfe greift, sei's im Fernsehen, sei's im Plattenstudio, dann ist den Deutschen immer nach Jungvolk und Wandervogel zumute.

Ja, Heino Kramm, 26, der mit der großen Brille, ist »schlicht und bescheiden, höflich und nett« -- das finden auch die Mitglieder des Heino-Clubs in der rheinischen Gemeinde Haßlinghausen (Textilien, eisenverarbeitende Industrie, 8000 Einwohner), die der WDR-Reporter Paul Karalus in seinem Feature vorstellt ("Heino, ein deutscher Sänger -- Haßlinghausen, ein deutsches Dorf«; ARD, Montag, 13. Juli, 22.55 Uhr).

Der markante, der sonore Heino, der Jungmann mit dem Pfadfinder-Timbre, das meinen alle Heino-Fans zu Haßlinghausen, ist ein »Vorbild für die Jugend«, weil er »immer frisch wie aus der Badewanne ist«. Neben ihm wirkt Freddy schon fast wie eine Type von der Reeperbahn.

Heino ist kein Gammler. Er findet es »ausgezeichnet, wenn ich zu Hause bin und mich um meine Familie und den Hund kümmern kann«. Er sagt: »Ich bin ein Deutscher und singe nur deutsche Lieder.« Wer tut das schon noch heutzutage? Und wer -- Caramba, Carajo -- singt schon so keimfrei von seiner Dolores, so ganz ohne Sex? Heino Kramm hat damit immer wieder Erfolg.

Warum? Weil er sauber ist. »Waschen Sie sich jeden Tag?« fragt Karalus, und Heino antwortet ernst: »Muß ich doch.«

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