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Nachricht vom Vulgärdilettanten

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aus DER SPIEGEL 13/1986

Kein Ende der Ausgrabungen: Auf der regionalen Szene sind immer noch Künstler wiederzuentdecken, die in ihrem Kreis die Entwicklung der Modernen mitbetrieben haben. Vorgestellt wird jetzt, in einer Studioausstellung des Kölnischen Kunstvereins, ein »Vulgärdilettant«, der 1920 neben Max Ernst und Hans Arp zu örtlichen Dada-Skandalen beigetragen hatte - so einen »tiroler (relief)« und eine »tirolerin (relieve)«. Willy Fick, später nannte er sich Fink, war Schwager seines Malerkollegen Heinrich Hoerle, traf sich mit dem und anderen in der Gruppe »Stupid«, war links engagiert, produzierte »Märchen '-Bilder, stellte 1931 magisch-surreale Szenen aus und war dann lange nur noch städtischer Beamter. Originale Reste seines teils immerhin durch Photos überlieferten Werkes sind kürzlich bei Verwandten in Kanada zutage gekommen, wo der Künstler 1967 gestorben war »Stupid«-Motto von Hoerle: »Kunst ist die Ausdauer der Hinterbliebenen.«

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