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Gestorben Just Jaeckin, 82

aus DER SPIEGEL 37/2022
Foto: Patrice Picot / Gamma-Rapho / Getty Images

»Die Erotik ist auf dem Gipfel eines Berges«, sagte der Regisseur in einem Arte-Dokumentarfilm über »Emmanuelle« mal, »wer den Gipfel überschreitet, fällt in die Pornografie.« Just Jaeckin, 1940 in Vichy geboren, machte sich zunächst als Modefotograf einen Namen, sein größter Coup war eine Aufnahme von Jane Fonda, nackt am Strand. »Emmanuelle« war 1974 sein Debüt, die Geschichte einer Frau (Sylvia Kristel), die ihre Sexualität entdeckt. Knapp neun Millionen Menschen sahen den Erotikfilm allein in Frankreich. »Nicht mein Erfolg«, sagte Jaeckin, »es war ein gesellschaftliches Phänomen« – der kurze Moment zwischen dem Beginn der sexuellen Befreiung und dem Durchbruch der Pornografie. Nach seinem letzten Film, »Gwendoline« von 1984, widmete er viel Zeit der Pariser Galerie, die er mit seiner Frau betrieb. 2019 war dort eine Ausstellung mit Fotografien zu sehen, inspiriert vom Rattan­sessel, in dem Emmanuelle auf dem Filmplakat sitzt. Just Jaeckin starb am 6. September in der Bretagne.

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