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Gestorben F. C. Gundlach, 95

aus DER SPIEGEL 31/2021
Foto: Kay Nietfeld / dpa

Drei Dinge, so sagte er einmal, brauche man für eine Fotografenkarriere: Talent, Fleiß und Fortune. Bei F. C. (eigentlich Franz Christian) Gundlach reichte dieses Kapital gleich für mehrere Karrieren – als Fotograf, Unternehmer, Galerist, Ausstellungsmacher. Er schaffte vom biederen Nachkriegsdeutschland aus den Anschluss an die internationale Modefotografie. Für Zeitschriften wie »Brigitte« porträtierte er Filmstars wie Hildegard Knef, Yves Montand oder Romy Schneider jenseits der Allüre. Mondän, kühn und lässig zugleich inszenierte er Mannequins in Abendrobe vor den Inkatempeln von Machu Picchu. Damals galt die Fotografie in der Kunstwelt wenig; entsprechend günstig kaufte Gundlach Arbeiten von Irving Penn oder Richard Avedon – und legte damit das Fundament einer Sammlung von internationalem Rang. 1971 gründete er den Fotodienstleister PPS und bald darauf die PPS.Galerie, die als eine der ersten in Deutschland Werke von Künstlern wie Nan Goldin oder Martin Kippenberger zeigte. Als Gründungsdirektor des Hauses der Photographie in den Hamburger Deichtorhallen machte er seine Heimatstadt in der Fotowelt konkurrenzfähig. Mit der Sammlung F. C. Gundlach, die nun in eine nach ihm benannte Stiftung übergeht, hatte der große Förderer beizeiten sein Nachleben seiner geliebten Kunstform gewidmet. Sein wohl berühmtestes Bild, zwei Frauen mit Badekappe, die vor den Pyramiden von Gizeh in die Ferne blicken, ließ er schon vor 13 Jahren per Fotogravur in die Betonwand eines für ihn errichteten Mausoleums fräsen. F. C. Gundlach starb am 23. Juli in Hamburg.

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