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Beutekunst Nazi-Diebesgut in Moskau

aus DER SPIEGEL 5/1995

Unergründlich sind die Tresore sowjetischer Kunst-Kriegsbeute - und die Seelenzustände ihrer Bewacher. Beiläufig und ohne Anzeichen von Scham informierte Walerij Kulitschow, Abteilungsleiter im Moskauer Kulturministerium, jetzt eine New Yorker Beutekunst-Konferenz über einen bislang geheimen Schatz von 132 Gemälden, die hauptsächlich aus zwei jüdischen Privatsammlungen stammen. Sie waren von den Nazis in Ungarn konfisziert und von den Sowjets weiterverschleppt worden. Bis heute wird den Ungarn jede Inspektion verwehrt. Dafür sollen die Bilder, darunter Werke von El Greco, Goya und Degas, laut Kulitschow bald im Moskauer Puschkin-Museum ausgestellt werden. Über das dem Ministerium angeschlossene Verlagshaus Kultura und die US-Gesellschaft Global American Television gaben die Russen erste Gemälde-Reproduktionen frei. Offenbar versuchen sie, nicht nur in diesem Fall, eine Vermarktung von Bildrechten ohne Rücksicht auf legale Eigentümer.

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