Umstrittenes Fotoinstitut Kommission empfiehlt Essen als Standort

Wohin soll das geplante Bundesinstitut für Fotografie? Der Bundestag hatte Düsseldorf vorgeschlagen, die von Kulturstaatsministerin Grütters eingesetzte Expertenkommission favorisiert eine andere Stadt.
Kulturstaatsministerin Monika Grütters

Kulturstaatsministerin Monika Grütters

Foto: Christoph Soeder/ dpa

Nach Meinung einer Expertenkommission sollte ein neues Bundesinstitut für Fotografie in Essen angesiedelt werden. Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) will mit einer solchen Einrichtung dafür sorgen, dass zum Beispiel Nachlässe wichtiger Fotografinnen und Fotografen in Deutschland gesichert werden.

Schriftlich beworben hätten sich Düsseldorf, Essen und Ulm. "Im Ergebnis sprechen sich die Profis hier für Essen aus", sagte Grütters am Dienstag in Berlin. Sie hatte das Gremium im Sommer berufen.

Die Kommission favorisiert damit einen anderen Standort als in einem Parlamentsbeschluss angedacht. Der Haushaltsausschuss des Bundestags hatte im November 41,5 Millionen Euro für den Bau eines Fotoinstituts eingestellt - mit dem Standort Düsseldorf. Stadt und Land sicherten damals eine Kofinanzierung zu.

Zu den Ideengebern des Instituts gehört unter anderem der berühmte Fotograf Andreas Gursky . Gursky wurde in Düsseldorf ausgebildet und betreibt auch heute sein Atelier dort. Gursky hatte unter anderem den SPD-Abgeordneten Johannes Kahrs von der Idee überzeugt, der das Anliegen später in den Haushaltsausschuss brachte. Auch Armin Laschet, Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, war informiert und mit Gursky im Gespräch. Grütters hingegen wurde nicht in die Planungen mit einbezogen - ein Affront für die Kulturstaatsministerin.

Der Beschluss sei eine "unerwartete Schützenhilfe", aber auch "ein bisschen irritierend" gewesen, sagte Grütters nun. Der Ausschuss habe leider nicht das Expertenvotum abgewartet, das bedauere sie. Sie halte es für seriös, die Meinung von Experten zu hören, wofür Bundesgelder ausgegeben werden sollten.

Grütters kündigte an, eine Machbarkeitsstudie für den Standort Essen in Auftrag zu geben. Aus Sicht der Kommission eignet sich die Stadt, weil sich dort bereits mehrere Einrichtungen mit Fotografie beschäftigen. Ein Gelände gebe es auf dem Campus Zeche Zollverein.

Grütters sagte, sie habe mit NRW-Kulturministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen gesprochen und sei zuversichtlich, dass sie die zugegebenermaßen "etwas knifflige politische Aufgabe" lösen könnten.

xvc/dpa