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Neues von Hammett

aus DER SPIEGEL 3/1989

Als Dashiell Hammett in New York 1961 starb, war er, der Begründer des hartgesottenen Detektivromans ("Der Malteser Falke«, verfilmt mit Humphrey Bogart), bereits seit einem Vierteljahrhundert verstummt: zerstört durch eine lebenslange Tuberkulose und nicht zuletzt durch König Alkohol. Wie ein gänzlich unverhoffter Nachlaßfund nimmt sich so eine gegenwärtige Ausgrabung aus: die Kriminalnovelle »Woman in the Dark«, die Hammett 1933 als Fortsetzungsgeschichte in der Zeitschrift »Liberty« veröffentlicht hatte. Danach jedoch geriet die Short-story, abgesehen von einer Paperback-Ausgabe in den fünfziger Jahren, in Vergessenheit, bis sie jetzt in den USA neuaufgelegt und zugleich erstmals ins Deutsche übersetzt worden ist ("Die Frau im Dunkel«, Wilhelm Heyne Verlag; 96 Seiten; 22,80 Mark). Dieser »Roman einer gefährlichen Liebe« (Untertitel) ist weniger ein Thriller, sondern mehr ein Kammerspiel um Zuneigung und Haß; aber auch dieses schmale, intime Werk beweist Hammetts Kunst, hinter scheinbar banalen Szenen geheime Leidenschaften sichtbar zu machen.

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