Aus des Broadway-Klassikers verschoben Das »Phantom der Oper« spukt doch noch etwas länger

Eigentlich war das Ende des »Phantom der Oper« am New Yorker Broadway beschlossene Sache. Doch nun strömen die Fans in die Vorstellungen – und es sieht nicht so aus, als wäre im Februar tatsächlich Schluss.
Szene aus »Phantom der Oper« 2013: 19,9 Millionen Besucher seit 1988

Szene aus »Phantom der Oper« 2013: 19,9 Millionen Besucher seit 1988

Foto: Evan Agostini/ AP/dpa

Das »Phantom der Oper« ist die am längsten laufende Show in der Geschichte des Broadway. Kurz nach seinem 35. Jahrestag sollte aber der letzte Vorhang fallen: Im September war angekündigt worden, dass im Februar die letzte Vorstellung über die Bühne gehen sollte.

Doch unmittelbar nach der Bekanntgabe der Absetzung stiegen die Kartenverkäufe sprunghaft an. Vergangene Woche verzeichnete das »Phantom« wegen Thanksgiving-Reisenden sogar die umsatzstärkste Woche seiner Geschichte: 2,2 Millionen Dollar. Also soll es doch noch etwas weitergehen. In der »New York Times« kündigt der Produzent  des Musicals, Cameron Mackintosh, nun eine achtwöchige Verlängerung der Laufzeit bis zum 16. April an. »Die Resonanz auf das Ende der Show war phänomenal«, wird Mackintosh dort zitiert. »Wir haben praktisch alles ausverkauft, was wir im Angebot haben.«

Vorher sah das anders aus. Nach der Pandemie kehrte das Publikum nur langsam zurück in die Theater, die Inflation tat ihr Übriges. Zuletzt verkaufte die Show nicht einmal genug Tickets, um die steigenden Betriebskosten zu decken. »Es kommt ein Punkt, an dem man zur Theatertapete wird«, sagt Mackintosh. »Die Leute hielten es für selbstverständlich, dass der Film ewig laufen würde.«

In der Woche vor der Bekanntgabe der Absetzung spielte das »Phantom« 867.997 Dollar (840.547 Euro) ein. Dann begannen die Zahlen zu klettern: 1,2 Millionen Dollar in der Woche vor dem 25. September, 1,5 Millionen Dollar in der Woche vor dem 9. Oktober, fast 1,8 Millionen Dollar in der Woche vor dem 20. November.

»Der Grund, warum die Show ausverkauft ist, ist, dass sie ausläuft, ganz klar«, sagt Mackintosh. »Wir wissen, dass einer der Gründe dafür ist, dass dies die letzte Chance ist, diese großartige Show zu sehen.«

Ein berühmt-berüchtigter krachender Kronleuchter

Das »Phantom« mit der mitreißenden Musik von Andrew Lloyd Webber ist ein Gothic-Melodram über einen maskierten Musikliebhaber, der das Pariser Opernhaus heimsucht und auf eine junge Sopranistin fixiert ist. Die Broadway-Produktion unter der Regie von Hal Prince ist ein groß angelegtes Spektakel mit einem 27-köpfigen Orchester und einem berühmt-berüchtigten krachenden Kronleuchter, der für eine frühere Ära des hyper-romantischen Musiktheaters steht. Im Jahr 1988, dem Jahr der Premiere, gewann die Show sieben Tony Awards, darunter den für das beste Musical.

Das Broadway-Stück wurde von 19,9 Millionen Menschen gesehen und hat 1,3 Milliarden Dollar eingespielt; zum Zeitpunkt seiner voraussichtlichen Schließung wird es 13.981 Vorstellungen gegeben haben. Nach Angaben der Produktion waren etwa 6.500 Menschen beschäftigt, darunter 400 Schauspieler.

Eine weitere Verlängerung soll es nicht geben. Nach der Schließung der Show soll das Majestic Theater, in dem das »Phantom« seit seiner Eröffnung aufgeführt wurde, renoviert werden. Die endgültig letzte Vorstellung soll nun am 14. April sein: ein Benefiz für wohltätige Zwecke und eine allerletzte Vorstellung vor Ehemaligen und Freunden der Show.

mgo

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