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KUNSTMARKT »Nutzlose Drohungen«

Der Galerist Karsten Greve, 54, über das Zulassungsgerangel bei der Kunstmesse Art Cologne, die vom 5. bis zum 12. November stattfindet
aus DER SPIEGEL 44/2000

SPIEGEL: Herr Greve, über die Vergabe der Messeplätze entscheidet ein Zulassungsausschuss, dessen Sprecher Sie sind. Doch manche abgewiesenen Galerien setzen ihren Anspruch dann noch juristisch durch. Frustriert Sie das?

Greve: Leider ermöglicht das Kartellrecht solche Versuche, weil die Art Cologne als marktbeherrschend gilt. Es sind aber diesmal nur drei Fälle bis vor Gericht gegangen. Und nur die Galerie von Stechow aus Frankfurt ist dadurch zu einem Platz gekommen - die Anwälte der Messe haben einem Vergleich zugestimmt. Ich bedauere das.

SPIEGEL: So unerbittlich?

Greve: Wir müssen es sein. Alle wollen eine überschaubare, anspruchsvolle Art Cologne. Bei 250 Plätzen und 500 Bewerbern muss eben die Hälfte draußen bleiben. Da kommt es auf Qualität an.

SPIEGEL: Angeblich lassen Sie sich von Anwaltsbriefen einschüchtern.

Greve: Die erschüttern uns nicht. Aber wir diskutieren Zweifelsfälle noch einmal auf einem Widerspruchstermin.

SPIEGEL: Im Ausschuss sind Galeristen, die an der Messe teilnehmen. Ist das gut?

Greve: Ja, weil es keine besseren Sachkenner gibt.

SPIEGEL: Und die Versuchung, Konkurrenten auszubooten?

Greve: Nein. Je besser die Messe besetzt ist, umso besser das Geschäft. Ich wäre dankbar, alle meine Hauptkonkurrenten um mich zu haben.

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