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Musik »Offenkundige Schweinereien«

aus DER SPIEGEL 32/1996

SPIEGEL: Herr Wagner, Sie haben in der vergangenen Woche Verbotstafeln auf dem Festspielgelände aufstellen lassen, um den Schwarzhandel zu unterbinden. Schreckt das die Händler ab?

Wagner: Ich weiß es nicht. Aber ich will mit allen Mitteln gegen offenkundige Schweinereien vorgehen. Hier zocken skrupellose Egoisten jene ab, die womöglich voller Begeisterung und Idealismus kommen, um Wagner zu erleben.

SPIEGEL: Sie haben ein ausgeklügeltes Kartenverkaufssystem, das eigentlich den An- und Verkauf größerer Kontingente unmöglich machen müßte. Wie kommen die Händler an die Karten?

Wagner: Durch systematische Aufkäufe einzelner Tickets. Über Kontingente verfügen nur einige wenige autorisierte Reisebüros.

SPIEGEL: Immerhin erhalten diverse öffentliche Institutionen größere Mengen von Karten.

Wagner: Das ist aber genau kontrollierbar. Hier gibt es nur wenige schwarze Schafe. Natürlich werden wir in Zukunft noch genauer aufpassen.

SPIEGEL: Wer sich auf legalem Wege um Bayreuth-Karten bemüht, muß in der Regel viele Jahre warten. Läßt sich das System nicht doch verbessern?

Wagner: Insgesamt hat es sich durchaus bewährt. Und wenn es uns gelingt, den Schwarzmarkt einzudämmen, dann werden vielleicht sogar die Wartezeiten kürzer.

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