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Olympia-Kunst

aus DER SPIEGEL 30/1972

Zur Münchner Olympiade ist die sowjetische Equipe schon angetreten -- in Bild und Ton: Eine Schallplatte nut dem Titel »Druschba« (Freundschaft). die vom Dortmunder »Pläne«-Verlag vertrieben wird, rühmt deutschen Hörern »verdiente Sportmeister der UdSSR« wie den Torwart Jaschin in kämpferischen Gesängen -- zum Beweis, daß »der sowjetische Sport nicht nur körperlich. sondern auch geistig stählt«. Von solcher Kraft kündet ferner eine Ausstellung des Moskauer Kulturministeriums heim Münchner Kunstverein. Gut 100 Gemälde. Skulpturen und Graphiken geben eine vielfältige Anschauung des sozialistischen Realismus, Unterabteilung .Körperkultur«. Bilder wie »Die Schwimmerin Agababian« hatten vor einem Jahr (auf einer »spartakiade«-Ausstellung) den Moskau-Reisenden Hans-Jochen Vogel und Willi Daume so gut gefallen, daß sie eine Auswahl nach München vermittelten auf Kosten der Sowjets. Der Kunstverein in der Olympia-Stadt, wegen Linkskurs vor einiger Zeit aller staatlichen und städtischen Subventionen beraubt, fühlt sich durch diese Partnerschaft erstmals wieder offiziell gewürdigt. Zur Eröffnung kam auch Vogel-Nachfolger Kronawitter.

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