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Kino in Kürze »One Way«

aus DER SPIEGEL 4/2007

. Es imponiert, wie Til Schweiger sich mit geradezu kamikazehaftem Ehrgeiz für seine internationale Karriere ins Zeug legt: Er begnügt sich nicht damit, auf tolle Angebote zu warten, sondern produziert sie sich selbst - und das nicht auf Nummer sicher. In dieser unbeirrbaren Risikolust ist er einzig. In seiner jüngsten Produktion »One Way«, einer recht professionellen Nachahmung amerikanischen Genrekinos, präsentiert Schweiger sich in der Rolle eines unwiderstehlichen Kotzbrockens, den kein

Skrupel dabei bremst, in einer glamourösen New Yorker Werbefirma ganz nach oben zu kommen. Zu diesem Zweck will er die Tochter des Chefs (Stefanie von Pfetten) heiraten und rettet deren Bruder, der ein übler Vergewaltiger ist, durch einen Meineid vor dem Knast. Wenig später aber kommt er - wie zur Strafe - unschuldig als dessen Mörder vor Gericht. Der manchen Grisham-Thrillern nacheifernde Prozess-Plot, den der Schweizer Autor und Regisseur Reto Salimbeni zum Teil an sehr langen Haaren herbeigezogen hat, spitzt sich auf das moralische Dilemma der Selbstjustiz zu. Was den Helden angeht, so wird er durch eine großherzige Frau vor der Verurteilung gerettet und muss sich fortan durch Reue bewähren.

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