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Architektur Oper als Wohnzimmer

aus DER SPIEGEL 4/1995

Es sollte ein Monument werden wie die Sydney-Oper, aber nun droht das Projekt im Lokalklüngel zu scheitern. Die irakische Architektin Zaha Hadid, 44, war letzten September unter 268 Wettbewerbsteilnehmern für den spektakulären Opern-Neubau im walisischen Cardiff auserkoren worden - wie zuvor schon öfter, ohne daß sie dann den Auftrag erhielt. Die Planerin hatte ein Mantelgebäude mit einem freistehenden Opernsaal für 2000 Besucher entworfen - ein »Juwel« (Hadid), umschlossen von Foyers, Büros und Studios. Das Gebäude soll der seit 50 Jahren umhertourenden Waliser Nationaloper endlich eine feste Spielstatt geben und ist als Herzstück eines 2,4 Milliarden Mark teuren Stadtviertels geplant. Doch Presse, Bürger und Unternehmer in Cardiff machen Front gegen die Wettbewerbssiegerin und ihr »urbanes Wohnzimmer«. Die Projektgegner bevorzugen Entwürfe des Briten Norman Foster und des Italieners Manfredi Nicoletti. Foster, der die Kollegin Hadid unterstützt, erwägt jetzt, seinen Entwurf zurückzuziehen. Mitte Februar wird sich entscheiden, ob die Irakerin ihr erstes Großbauwerk durchsetzen kann.

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