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Paul McCartney Opas schlimmster Albtraum

aus DER SPIEGEL 25/2022
Foto:

Joe Marino / UPI / Shutterstock

Rockmusik ist nichts für alte Leute? Über diese im 20. Jahrhundert noch weitverbreitete Meinung kann Paul McCartney wahrscheinlich nur milde lächeln. Am 25. Juni tritt der Ex-Beatle beim Glastonbury-Fes­tival im britischen Somerset auf und kann dort bei seinem Konzert vor bis zu 210.000 Gästen mit einwöchiger Verspätung seinen 80. Geburtstag nachfeiern. McCartney sollte eigentlich schon im Jahr 2020 zum 50. Jubiläum des mehrtä­gigen Pop- und Rockspektakels auftreten, wegen der Pandemie musste das Festival jedoch zwei Jahre hintereinander pausieren. Nun werden auf der grünen Wiese nahe dem Dorf Pilton gleich zwei Jubiläen begangen. In einem Interview sagte der Co-Autor von Beatles-Klassikern und Welthits wie »Eleanor Rigby«, »Penny Lane« oder »Let It Be«, er habe trotz seines Evergreen-Repertoires immer noch Sorge, das Pu­blikum mit weniger bekannten Stücken zu langweilen. Es sei ein wiederkehrender Albtraum: »Ich spiele, und die Leute fangen an zu gehen, und ich versuche, mir einen Song auszudenken, der sie zurückbringt – sing ›Long Tall Sally‹, schnell –, aber sie gehen weiter – let’s do ›Yesterday‹!« Es sei die typische Angst des Künstlers, die Leute zum Bierstand zu treiben, vor der offenbar auch das hohe Alter nicht schützt. McCartney wird nicht der betagteste Mu­siker sein, der je in Glastonbury auftrat, aber wohl der älteste Head­liner des Festivals. Die anderen Hauptacts, Sän­gerin Billie Eilish, 20, und Rapper Kendrick Lamar, 34, könnten McCartneys Enkel sein. Pop­historisch sind sie es ja ohnehin.

bor
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