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Plantage der fröhlichen Kinder

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aus DER SPIEGEL 28/1984

Die »Straße der Negerhütten« ist eine triste Ansammlung von Baracken, mitten in einer Zuckerrohrpflanzung unter der sengenden Sonne von Martinique, vor fünfzig Jahren. Die Kinder tummeln sich da fröhlich im Dreck, während die Erwachsenen unter der Feldarbeit ächzen. Am Zahltag verfluchen sie ihre weißen Ausbeuter, doch sie rebellieren nicht, sondern besaufen sich, tanzen die Nacht durch und träumen von Afrika. »Straße der Negerhütten« heißt der erste Spielfilm, der auf der Insel Martinique produziert wurde; er hatte dort einen Riesenerfolg und läuft nun auch in deutschen Programmkinos. Das Werk der schwarzen Regisseurin Euzhan Palcy - 1983 in Venedig als bester Erstlingsfilm mit dem »Silbernen Löwen« prämiert - schildert den elenden Landarbeiter-Alltag mit viel Liebe zum folkloristisch-bunten Detail. Im Mittelpunkt stehen die Kinder, für die, auch wenn sie Dresche kriegen, die Maxime gilt: arm, aber glücklich.

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