Nackt-Magazin "Playboy" stellt gedruckte US-Ausgabe ein

Man gehe zu einer "Digital First"-Strategie über: Die Zeitschrift "Playboy" wird in den USA nicht mehr regelmäßig als Print-Magazin erscheinen. Die aktuelle Ausgabe ist nach 66 Jahren die letzte.
"Playboy" im März 2020: Die aktuelle Ausgabe ist die letzte.

"Playboy" im März 2020: Die aktuelle Ausgabe ist die letzte.

Foto:

Playboy

Eine Legende stirbt: Mit dem regulären gedruckten "Playboy"-Magazin ist es in den USA vorbei. In diesem Jahr soll kein Heft mehr erscheinen, ab 2021 seien höchstens Sonderveröffentlichungen der Marke denkbar. Das teilte die Geschäftsführung von Playboy Enterprises in einem "offenen Brief an unser Team und unsere Partner " mit.

"In den letzten 66 Jahren sind wir weit mehr als eine Zeitschrift geworden. Und manchmal muss man die Vergangenheit loslassen, um Platz für die Zukunft zu schaffen", schreibt Geschäftsführer Ben Kohn in seiner Mitteilung. Zuvor hatte Kohn in seinem Brief die Situation des "Playboy" als "erfolgreicher als je zuvor" geschildert. Trotzdem solle die gerade erschienene Frühjahrsausgabe "The Speech Issue" die letzte des vierteljährlich erscheinenden Magazins sein.

Mitschuld an dem plötzlichen Ende sei auch die Corona-Pandemie, die zu verzögerten Lieferketten geführt und deshalb eine ohnehin nötige Entwicklung beschleunigt habe. Der "Playboy" gehe nun zu einer "Digital First"-Strategie über.

In Deutschland hatte der Burda-Verlag die Lizenz für den "Playboy" im Dezember 2019 nicht verlängert. Seitdem führen Chefredakteur Florian Boitin und die kaufmännische Leiterin Myriam Karsch das Heft in Eigenregie weiter . Sie planen eine andere Strategie als das US-Blatt und kündigten an, die Frequenz an gedruckten und digitalen "Playboy"-Magazinen zu erhöhen, berichtet das Branchenmagazin "meedia" . Die letzte Ausgabe mit der Michael-Wendler-Freundin Lara Müller auf dem Cover habe sich doppelt so gut verkauft wie die Februarausgabe im Jahr zuvor, deshalb plane der Verlag zusätzliche gedruckte und digitale Sonderausgaben. 

Im Jahr 1953 hatte Hugh Hefner das Lifestyle- und Männermagazin gegründet. Die erste Ausgabe enthielt ein aufklappbares Poster, das Marilyn Monroe zeigte. In den Siebzigerjahren war der "Playboy" mit Auflagen von bis zu sieben Millionen Exemplaren in den USA enorm erfolgreich. Zuletzt erschien das Heft in den USA vierteljährlich mit einer Auflage von etwa 200.000 Exemplaren.

cpa
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.