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Fotografie Poetische Nahaufnahmen

aus DER SPIEGEL 32/1996

Die Haare eines Mädchens im Wind, eine kleine Wolke am tiefschwarzen Himmel, eine Vogelfeder zwischen nackten Schenkeln, eine Frau, die ihre Hand auf ein Auge legt und in die Ferne blickt: Es sind scheinbar unbedeutende, alltägliche Szenen, die der amerikanische Fotograf Ralph Gibson in seinen eigenwilligen Bildkompositionen festhält. Gibson, der neben seinen Kollegen Diane Arbus, Larry Clark und Garry Winogrand zu den prominentesten Mitgliedern der New Yorker Fotografen-Szene zählt, schafft mit seiner raffinierten Lichtregie ungewöhnliche Bildausschnitte und kühle Schwarzweiß-Kontraste. Immer wieder betont er den Einfluß der bildenden Kunst auf sein Werk. Seine geheimnisvollen, poetischen Bilder, die mitunter wirken wie Nahaufnahmen eines Films der »Nouvelle Vague«, lassen den Betrachter kleine, spannende Geschichten erfinden. »Lichtjahre«, eine gerade erschienene Monographie, zeigt 92 der bedeutendsten Aufnahmen Gibsons (Edition Stemmle, Kilchberg/Zürich; 200 Seiten; 98 Mark).

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