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KABARETT Popstar Polt

aus DER SPIEGEL 6/2007

Im Trachtenjanker treten Popstars eigentlich nicht auf. Es sei denn, sie heißen Gerhard Polt und die Biermösl Blosn. Wenn es nach den Zuschauerzahlen geht, reihen sich die vier bayerischen Volksmusikanten seit neuestem mühelos zwischen Sting und Shakira ein. 10 000 bis 15 000 Anfragen pro Vorstellung registriert das Bayerische Staatsschauspiel, wo die lachtränentreibende Revue »Offener Vollzug« (Regie: Urs Widmer) aus der Irrenanstalt des ganz normalen Lebens seit neun Monaten auf dem Spielplan steht. 880 Plätze bietet Deutschlands drittgrößtes Sprechtheater. Die sind eine Viertelstunde nach Vorverkaufsbeginn weg - größtenteils online und am Telefon. »Sonst müssten die Leute an unserer Kasse übernachten«, sagt Theatersprecher Gunnar Klattenhoff. Polt selbst kann sich den kollektiven Wahnsinn nur aus dem Stück heraus erklären: »The idea of Freibier is deeply religious.« Das kabarettistisch geneigte Publikum nördlich der Weißwurschtgrenze darf hoffen, dass »Der Unerreichte aus Schliersee« ("taz") ausgeliehen wird, sobald sich die Schauspielhäuser zwischen Rhein und Ostsee um ihn bewerben.

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